Problem Mensch

Wie man sich das Leben ein biss­chen erleich­tern kann”

Viele Probleme gibt es als solches gar nicht, sie werden gemacht.
Und von wem werden sie gemacht ?
Vom Probleme Mensch.

Viele Sachen werden zur Erleichterung erfunden und werden zur Erschwerung” (Schopenhauer).

Man sieht hier, welchen zeit­losen Wert Schopenhauers Schriften haben, obwohl es damals viele Dinge noch gar nicht gab, erkannte Schopenhauer sie schon und seine Erkenntnisse haben bis heute Gültigkeit.

Man denke nur an das leidige Thema Geld.
Wer kennt das nicht ?
Geld ist ja eigent­lich erfunden worden zur Erleichterung, kann aber schnell zum Problem werden, und zwar zu einem immensen Problem, vor allem, wenn man es braucht (das Geld).
Geld ist nur solange gut, wie man es nicht braucht.

Thema Cannabis

Ein weiteres leidiges Thema ist die Heilpflanze Cannabis.
Von Grund auf ist es ja eine Heilpflanze, die zu unzäh­ligen Dingen für den Menschen gut, förder­lich und heilsam ist – wenn natür­lich der soge­nannte THC‐​Anteil hoch ist, kann es schnell zur Sucht werden.
Aber was kann nicht zur Sucht werden ?

Auf der Lieblingsinsel der Deutschen, Mallorca, gibt es soge­nannte “Social Clubs”, wie ich unlängst las.
Diese liegen alle leicht außer­halb der Orte.
Eine Art Hazienda für Kiffer – warum nicht ?
Wenn man Mitglied ist, kann man in deren Räumlichkeiten legal kiffen oder besser gesagt Cannabis genießen.

Eigenanbau ist in Spanien erlaubt (soweit ich weiß), und was man hinter seinen eigenen vier Wänden macht, geht keinen etwas an.
Es soll ja nur den eigenen Bedarf abde­cken.
In Deutschland wäre dies wie so vieles undenkbar, man denke ja nur an die endlosen Streitereien um die neue E‐​Cigarette.

Allerdings kann man mitt­ler­weile schon in deut­schen (!) Apotheken Cannabis-Produkte zur Schmerzlinderung kaufen, was zeigt, dass alles doch in die Richtung Legalisierung geht, was ja auch gut ist.

Was gängige Meinung ist und was gleich­ge­schal­tete Mainstream‐​Medien in Deutschland über gewisse Themen zu verbreiten versu­chen, ist mir so oder so egal…

Tee‐​Genuss…

Meine Leidenschaft ist der Tee‐​Genuss.
Ich zele­briere Abend für Abend eine Art “Tee‐​Zeremoniell” mit einer Kanne guten, rich­tigen Tee (keinen Beutel‐​Tee), und zwar mit meinem kompletten Winterling‐​Teeservice (auf dem Foto ist nur ein Teil davon zu sehen).

Abendliches Tee‐​Zeremoniell

Wie man dem Foto entnehmen kann, brennt auf dem flach­lie­genden Tisch eine Kerze, ein gutes Buch liegt zum Lesen unter dem Tisch bereit, der Raum wird in eine sanfte Beleuchtung gelegt und wenn dann bei der hervor­ra­genden Akustik meiner ELAC‐​Boxen die Klänge von Wagners zauber­vollen Werken erklingt, dann ist (fast) alles perfekt.
Da fehlt nur eins, und das ist der Cannabis‐​Tee

Djemaa el‐​Fna – Marrakesch

Aus dem fernen Marrakesch brachte ich mir vor einigen Jahren den Tee “Marokkanische Minze” mit, diesen kann man auch in heimi­schen Gefilden erstehen, aber nicht den, den man in Marokko bekommt.
Die Wirkung dieses Tees hielt nach dem abend­li­chen “Tee‐​Zeremoniell” bis zum Abend des folgenden Tages an, was zeigt, dass es etwas anderes ist, diesen Tee im Ursprungsland zu erstehen, als bei einem Tee‐​Händler in Dortmund oder Essen zu kaufen.

Genauso ist es mit dem Cannabis‐​Tee.

Bei meinem ersten Sevilla-Aufenthalt 2014 hatte ich mir versuchs­weise aus der Altstadt von Sevilla (Santa Cruz) aus einer Art “Reformhaus” Rooibusch‐​Cannabistee mitge­bracht und dieser wirkte damals enorm.
Bei meinem dies­jäh­rigen Aufenthalt in Santa Cruz stürmte ich sofort suchend nach dem Reformhaus, was auf der Straße den Tee anbietet.

…direkt auf der Straße

Wer einmal in Sevilla (Santa Cruz) war, der weiß, dass man hier schnell die Orientierung verlieren kann. Somit fand ich erst am zweiten Tag das “Reformhaus”, was ca. 50 Sorten Tee anbot.
Diesmal schlug ich zu und nahm mir gleich ein halbes Kilo mit (Kilopreis : 50,00 €).

Rooibusch‐​Tee Cannabis

Als ich nach 5 Tagen wieder leicht erschöpft in meinen 4 Wänden war, probierte ich natür­lich als erstes meinen ergat­terten Tee aus.
Ich wurde weder high noch stoned, aber als ich nach ca. 3 Stunden mein Bett aufsuchte, und am nächsten Morgen aufwachte, hatte ich ca. 12 Stunden geschlafen.
Ob dies an dem Tee oder an den Anstrengungen der Reise lag, ist frag­würdig.
Nur am zweiten Abend schlief ich nach wieder­holtem Genuss des Tees wiederum bestimmt 10 Stunden.

…lang ist es her

In frühen Jahren meiner Jazz‐​Begeisterung weilte ich oft in einem der besten Jazz‐​Clubs der Region in Dortmund.
Dort wurde auch häufig (im Vorraum) Cannabis gepafft.
Es ist ein lasziv‐​süßlicher Geruch, der mir in Erinnerung geblieben ist.

Wenn man nur die Nase in den anda­lu­si­schen Tee steckt, riecht er auch leicht danach.
Obwohl Rooibusch‐​Tee ja meis­tens leicht süßlich riecht.
Ob das Süßliche nun von der Rooibos-Pflanze stammt, oder der Cannabis-Mischung, ist schwer zu sagen.

…face­book oder nicht

Auf face­book schreibt man, dass der Tee keinen THC‐​Anteil hätte.
Meines Erachtens wird dies nur geschrieben, um das Suchtmittel‐​Gesetz zu umgehen.
Wie streng oder nicht streng dies in Spanien ist, ist mir nicht bekannt.

Nun ist zu sagen, dass es kein reiner Cannabis-Tee ist, sondern eine Mischung.
Nämlich eine Art Kräutermischung der Rooibusch-Pflanze, die früher nur in süd‐​afrikanischen Gebieten vorkam.

Rooibos‐​Strauch

Rooibusch hat neben der Eindeutschung viele Namen bekommen :
Afrikanns Rotbusch, Redbush, Rooibos, Koopmans‐​Tea (Kaufmanns‐​Tee).
Eine Art gins­ter­ar­tiges Gewächs der Schmetterlingsblütler, der in frühen Jahren wild im sandigen Boden Südafrikas wuchs.
Als man die Vermarktung (und ein Geschäft) witterte, baute man ihn gezielt an.
Der weiche und aroma­ti­sche Geschmack entsteht aber (angeb­lich) am besten bei Rooibos-Tee aus den genannten Regionen, was durch das Klima und den Boden bedingt ist.
Schon um 1770 berich­teten mutige Reisende, dass die Ur‐​Einwohner regel­mäßig diesen rötli­chen Tee tranken, aller­dings verbrei­tete sich dieses wohl­schme­ckende und gesunde Getränk erst im 20. Jahrhundert.

Ein anderer face­book-Leser schrieb auf meinen Kommentar hin, dass in besagtem Reformhaus, welches dreimal in Sevilla vertreten ist, es noch eine andere Mischung eines Cannabis-Tees geben würde (“…try a more rational mix next time, e.g. passiflora/​cannabis, and you’ll sleep even longer!”), durch dessen Genuss man noch länger schlafen könnte (?).

Ich hatte aller­dings nur diesen ROOIBOS CANABIS (man schrieb es dort mit einem N) entdeckt, einen anderen nicht, sonst hätte ich sicher diesen auch einmal getestet.

Aber mal ganz ehrlich, was soll ich mit Tee, wo ich noch länger schlafe.
10 bis 12 Stunden sind ja nun genug, ich muss ja schließ­lich auch noch arbeiten, um mein Geld für einen Sevilla-Aufenthalt zu verdienen…

Zu soge­nannte Regeln, Gesetze, die ja immer der Machthaber fest­legt, kann man nur wieder Nietzsche zitieren :

Der Mensch ist etwas, was über­wunden werden muss!”

(Fr. Nietzsche)


*siehe zu diesem Thema :

https://cannabis-special.com/thc-haltiger-cannabis-tee-heilsames-high-genussvoll-zelebriert/

https://cannabis-rausch.de/social-club-mallorca-so-kauft-man-gras-auf-der-insel/


*siehe Fotos Sevilla 2019

*oben zu sehendes Poster entnommen : https://cannabis-rausch.de


(Tipps /​ Sonstiges)

Impressum
 

Keramikkunst in Sevilla

Eingedenk .….….….….……”

Immer wieder passiert es einem reisenden Menschen in gewissen Städten an Häusern soge­nannte “Erinnerungstafeln” zu erbli­cken.
Natürlich nur, wenn man ein Auge dafür hat…
Dieses bedeutet, dass in diesem Haus einmal vor langer Zeit eine bekannte Persönlichkeit gewohnt oder gewirkt haben muss.

Oftmals wird auch der Name einer “Berühmtheit” aus kommer­zi­ellen Gründen benutzt, um z.B. ein Hotel heraus­zu­heben aus der Menge aller anderer Hotels in der jewei­ligen Stadt.
Denn in diesem Hotel, weilte ja einmal in grauer Vorzeit diese berühmte Person und nicht in einem anderen…

“Ruskins House” – Venedig 1850/​2019

Bei meinem 5. Venedig-Aufenthalt im Juli weilte ich auch in so einem Hotel.
Welches ist eigent­lich egal – aber hier hatte um 1850 der briti­sche Schriftsteller John Ruskin geweilt und vor allem, gewirkt.
Auch ein Venedig-Begeisterter (wer ist das nicht?), der sich aber auch Gedanken um den Erhalt der Stadt im stei­genden Meer machte.
Er verfasste nach seinen Eindrücken ein mehr­tei­liges sehr umfang­rei­ches Werk (“The stones of venice”).
Dieses ist meines Wissens (fast) nur auf Englisch erschienen, eine Ausnahme bildet eine 3 bändige Taschenbuchausgabe von 1994 (Harenberg‐​Verlag), die man in Deutsch genießen kann.

Inwieweit Ruskin nun wirk­lich in diesem Hotel weilte und vor allem, wie lange, bleibt dahin­ge­stellt. Hierbei geht es natür­lich nur darum, das Hotel durch den Namen des eher unbe­kannten Autors (ich kannte ihn bis zu dem Zeitpunkt auch nicht) herauszuheben…warum nicht ?

Modiglianis Haus (Venedig 2019)

Nicht weit entfernt im südli­chen Stadtteil Venedigs Dorsoduro traf ich in einer Seitengasse der Zattere auf eine weitere “Berühmtheit” und ein Mensch mit einer kultu­rellen Bildung wie ich, erkannte diese Person sogar an seiner Handschrift.
Und zwar ist dies der italie­ni­sche Maler Amedeo Modigliani, der aus der Toskana stammt.
Aus früheren Jahren meiner inten­si­veren künst­le­ri­schen Aktivitäten hatte ich aller­dings Modiglianis Werke nicht unbe­dingt als bewun­derns­wert in Erinnerung.
Wie man erfahren kann, hatte er ein eher trau­riges Leben mit Krankheiten, Drogen und frühem Tod.
Auch bitterarm soll er gewesen sein, aber dann ein Haus in Venedig (?), wider­spricht sich aber gewaltig.
Dass er hier in Venedig ein Haus hatte, war mir neu und ich erfuhr es auch erst durch Recherchen nach meiner Rückkehr aus Venedig.

…auch Peter Tschaikowski war hier (Florenz 2014)

Nun hat eine weitere Stadt, die auch in der Toskana liegt, einiges an großen Geistern ange­zogen.
Im südli­chen Stadtteil Santo Spirito von Florenz trifft man auch auf einige Tafeln mit den Namen berühmter Persönlichkeiten, bekann­tere oder auch unbe­kann­tere.
Wie man dem obigen Foto entnehmen kann, weilte in diesem Haus der russi­sche Komponist Pjotr Iljitsch Tschaikowski (Pëtr Il’ič Čajkovskij).

…eher unbe­kannt (Florenz 2014)

Genau wie der aus Florenz stam­mende Bildhauer Pasquale Romanelli,
der ja eher unbe­kannt ist (auch mir), hier Tage seines Daseins verbracht haben muss.

Ein weiterer Name ließ wieder im sommer­lich warmen Florenz des Jahres 2014 mein Gedächtnis arbeiten, nämlich Louis Aragon.
Ich brauchte schon eine kurze Zeit, bis mir einfiel, dass dies ein surrea­lis­ti­scher Schriftsteller aus Frankreich war/​ist, der hier im Süden sicher mehr Ruhe fand für seine Arbeit, als im lauten Paris.

…der heiße Hauch des Südens

Im zweiten September‐​Teil diesen Jahres zeigte sich mir das südlich Sevilla eher mit bedeckter Wolkendecke.

Sevilla ist ja nicht nur die Stadt der Opern und des Flamencos, sondern auch die Stadt einer ausge­dehnten Keramik‐​Kunst.

Die Stadt des Keramik

Man kommt an kaum einem Haus vorbei, an dem nicht irgend­etwas (egal was) mit Keramik verziert ist.
Straßenschilder, Türklinken, Hausnummern, Handläufe von Treppen, Arztschilder, Hausklingeln mit Namensschild, Eingangstüren, Fensterrahmungen, und somit auch “Erinnerungs‐​Schilder” an Personen, die einen Bezug zu dieser jewei­ligen Wohnstätte haben.

…sogar gerundet für Säulen

Ob rund, gerade, eckig, um die Ecke, von unten nach oben, von oben nach unten … egal, man hat das Gefühl, dass man versucht diese Kunst überall zu präsen­tieren.

…Erinnerungen an Marokko

Der marok­ka­ni­sche Einzugsbereich erstreckte sich in früheren Jahren (soweit ich weiß) ja bis hoch in spani­sche Gefilde.
Die marok­ka­ni­schen Mosaikkunst Zellig lässt ja jeden Marokko-Besucher vor Staunen stumm werden, da er nicht nur hand­werk­li­ches Geschick aufweist, sondern auch viel Fantasie.

Marokkanisch‐​orientalischer Touch

Somit ist es natür­lich denkbar, dass diese Mosaikkunst hier in der Torero‐​Stadt aus dem afri­ka­ni­schen Marokko stammt und dort seine Wurzeln hat.

Schuster bleib bei deinen Leisten

Um nun zum Ausgangsthema zurück­zu­kehren, gibt es auch hier in Sevilla eine große Anzahl dieser “Erinnerungstafeln” an den Häuserwänden, die von der Aufmachung gleich aussehen, alle recht­eckig mit denselben Maßen und in blauer Schrift auf weißem Hintergrund.

“…hier lebte Armado Gutierrez”

Man hat hierbei sogar noch ein biss­chen mehr Fantasie aufge­bracht, als bei anderen Tafeln.
Denn man gibt dieser recht­eckigen Tafel erst einmal einen schönen Rahmen, der sogar oft heraus­ge­ar­beitet ist.
Des Weiteren erscheint die besagte Person links oben in der Ecke der Tafel mit einem Bild, sogar oftmals bei der Arbeit oder in seiner Berufskleidung.

Torero Antonio Montes

Man erkennt also auf einen Blick, ob es sich um eine Privatperson handelt oder einen Gewerbetreibenden.

…in eheli­cher Verbundenheit

Manchmal erscheint sogar ein Ehepaar – wenn schon immer Zank und Streit war, dann soll man für die Nachwelt wenigs­tens hier fried­lich vereint erscheinen.

Der künst­le­ri­sche Effekt wird noch gestei­gert, indem man das Bild der Person durch Kränze und Rahmungen heraus­hebt, Ehre wem Ehre gebührt, ob es stimmt oder nicht.

…ein strah­lendes Gesicht

Die oben zu sehende Dame zeigt ja mit ihrem strah­lenden Lächeln eine gewisse mütter­liche Ausdruckskraft.
Dieses wird durch einen Rahmen um ihr Gesicht noch hervor­ge­hoben.
Wenn man bei dieser Tafel in die untere Zeile schaut, erkennt man links das Wort “TUS Vecinos” – ob es sich hierbei um einen Fußballverein handelt, ist frag­lich (?)

Auch die Wahl der Schriftart weicht von Tafel zu Tafel ab, es ist also jede Tafel einzig­artig, auch wenn sie auf den ersten Blick gleich erscheinen.
Jeder Mensch ist ja auch einzig­artig, dadurch muss ja auch jede Tafel anders sein.

…alles in Versalien

Dem Gesicht dieser strah­lenden Dame ist der ganze linke Teil der Tafel gewidmet, der Text beschränkt sich nur auf den rechten Teil.
Hierbei ist der ganze Text in Versalien (Großbuchstaben) geschrieben, was einen Schriftsetzer wie mich eher abschreckt, da man Fließtext niemals in reinen Großbuchstaben setzen sollte, höchs­tens Überschriften, oder heraus­ge­ho­bene einzelne Worte.
Dies ist aller­dings “Fach‐​Latein”.

…das südliche Triana

Wenn man genau hinge­sehen hat, konnte man fest­stellen, dass auf vielen dieser Platten als Fußzeile vor dem Datum das Wort TRIANA erscheint.
Dieses ist ein südlich vom Kanal (Canal de Alfonso XIII.) gele­gener Stadtteil, der für mich, auch bei einem früheren Besuch dieser Metropole, einen ruhi­geren Eindruck machte.
Nicht so viel Verkehr, klei­nere Geschäfte, schöne Gassen…und eben sehr viele dieser Gedenktafeln.

Das ruhige Triana


Wie man der Fahne entnehmen kann, scheint hier das Wasser nicht weit entfernt zu sein, was auch stimmt, die Anzahl der Fisch‐​Restaurant ist auch auffal­lend hoch.
Die erste Häuserzeile am Kanal genießt sicher einen schönen Ausblick, nicht nur auf den Kanal, sondern auch auf das ober­halb liegende Santa Cruz.

Tanzmeister Manolo Marin

Der Herr auf der oben zu sehenden Tafel scheint die Kunst des Flamenco‐​Tanzes gut beherrscht zu haben, denn er wird hier als “maestro de baile” direkt unter seinem Namen titu­liert.
Wenn man nach­sieht, bedeutet dies soviel wie “Tanzlehrer, Ballettmeister etc. “
Dass er die Musik im Blut hat, zeigt schon die Körperhaltung auf dem Bild. Das Bild braucht gar keine Rahmung, da seine Gestikulation eine Rahmung unnötig macht.

Mutterherzen

Auch die Mütter bekannter Persönlichkeiten kommen nicht zu kurz.
Die oben zu sehende, etwas schlichter gestal­tete Tafel, ist nämlich nicht dem eigent­li­chen “Helden” gewidmet, sondern dessen Mutter (!), wie man sehen kann, handelt es sich hier um die Mutter des Poeten (“madre de los poetas”) Manuel Y Antonio Machado.

Und somit zeigen sich dem Besucher der Stadt nicht nur bekannte Persönlichkeiten, sondern auch normale Handwerker, Toreros, Poeten und stadt­be­kannte Personen oder sogar deren Mütter (!).

Abschließend sei zu sagen, dass man diese fanta­sie­volle Keramik‐​Kunst also nicht nur als “Eye‐​Catcher” (wie man heute sagen würde) zum Anlocken von Besuchern und Kunden benutzt, sondern auch eher unkom­mer­ziell benutzen kann.

Als Werbung für meinen Blog würde dies an meinem Hotel in Sevilla sich auch gut machen.

…in Memoriam herr­ro­thwan­dert­wieder


“Wenn alle Toten aufer­stehen, dann werde ich in Nichts vergehen!”
(“Fliegender Holländer”, 1. Act)


*sh. Fotos Sevilla Keramik
*sh. Beitrag “Santo Spirito Florenz”

*sh. John Ruskin in Venedig
*sh. WHO is WHO (Amedeo Modigliani)



(HerrRothBesucht/​Sonstiges)

Impressum

Vom Dachboden zum Paradies

“Ein Idyll der Kinderzeit”

Wer kennt aus unserer Generation der 60er‐​Jahre sie nicht – die Mietshäuser der Arbeiterklasse, die grund­sätz­lich einen Dachboden hatten.
Hier wurde die Wäsche zum Trocknen aufge­hängt, die Kartoffeln und die Kohle waren meis­tens im Keller im Dunkeln unter­ge­bracht.
Nur als Kind hatte man meist ein Verbot den Dachboden zu betreten, warum auch immer. Den Schlüssel hatten die Eltern meist gut versteckt.

Und diese Dachböden waren ja oftmals vom Platz her nicht gerade klein – es reizte uns als Kinder immer dort zu spielen, unter dem Dach, wo sich im Sommer die Hitze staute – es herrschte ein leicht muffiger Geruch, der durch das Waschpulver ange­rei­chert wurde.
Fast so gut, wie ein Heuboden auf einem Bauernhof.

Wenn man nun die obere Etage, wo andere glaubten, hier sei Schluss, erreicht hatte, führte noch eine klei­nere Treppe leicht spiral­förmig weiter in die Höhe, was erfor­schungs­wil­lige Kinder ja noch mehr reizt – wo mag das wohl hinführen ?
Wenn man diese spiral­för­mige Treppe auch noch erklommen hatte, stand man meist vor einer verschlos­senen Tür, die nicht gerade einla­dend aussah und die die letzte Hürde zum “Paradies” bedeu­tete.
Wenn nun eine Nachbarin die Wäsche aufge­hangen hatte, konnte es vorkommen, dass sie vergessen hatte, die Tür abzu­schließen – das war die Chance endlich dahin zu gelangen, wo man immer hin wollte, aber nicht durfte…auf den unheim­lich zauber­vollen Dachboden…

Nach dieser einstim­menden Vorbereitung nun zum Eigentlichen.
Mein Hotel in der Altstadt von Sevilla (Santa Cruz) in der Weihnachtszeit des Jahres 2014 zeigte in der Vor‐​Recherche im Internet eine Art Dach‐​Terrasse als ihr Eigen.

Das weiß getünchte Paradies

Nun glaubte ich, dass diese im Winter geschlossen sei, es war auch im Foyer des Hotels kein Schild mit einem Hinweis zu finden, dass auf die Existenz einer Dach‐​Terrasse hinwies.
Noch nicht einmal an den Wänden des in Weinrot gehal­tenen Hotels konnte man einen Hinweis in Form eines Schildes finden.
Als ich durch das Treppenhaus die oberste Etage erreicht hatte, kamen bei mir die oben geschil­derten Erinnerungen an meine Kindheit hoch.
Schon ein biss­chen dreist ging ich die letzten Stufen in die Höhe und stand wie in die Kindheit zurück­ver­setzt vor so einer Tür, die ja fast immer abge­schlossen war.
Nun hielt ich den Atem an und ergriff die Türklinke … und die Tür ging auf …
Als ich durch die Tür nach draußen ging, stand ich wie gebannt in einem “Paradies”, aber diesmal nicht auf dem Dachboden eines Mietshauses der 50er und 60er Jahre in der Heimat, sondern auf einer mit Palmen und Kakteen gezierten Dach‐​Terrasse mit weiß getünchten Wänden, an denen Blumentöpfe hingen, die lange Schatten warfen.

Mit Palmen geschmückter Paradiesgarten

Erst einmal wurde ich stumm, wie immer wenn etwas kommt, wo man nicht mit gerechnet hat und was einem die Sprache verschlägt.
Auf den gefliesten Mauern standen Töpfe mit fanta­sie­vollen Kakteen‐​Sammlungen, kleine Bilder an den Wänden, Kerzen für die Abendstunden auf einer Art Theke, Korbstühle luden zum Hinsetzen ein … ich fiel vor Überwältigung rück­wärts in so einen Stuhl und sah nun die abso­lute Krönung des Ganzen – der Blick zum schon leicht erleuch­teten La Giralda, dem Glockenturm der Catedral de Sevilla, der schon an ein Minarett einer Moschee erin­nert.

Fast wie in einem orien­ta­li­schen Traum

Wie in einem Traum saß ich über eine halbe Stunde ohne mich von der Stelle rühren zu können.
Nun hatte die Dämmerung bereits begonnen und die “Blaue Stunde” neigte sich ihrem Ende und das alles bei 18° Grad Ende Dezember.

Kakteen‐​Zauber

Kein Mensch war außer mir hier oben, viel­leicht war vielen nicht bewusst, welches Juwel das wein­rote Hotel auf seinem Dache beher­bergte.
Gegen 22:00 Uhr erhob ich mich dann doch, denn es war schon empfind­lich abge­kühlt in diesen Wintermonaten, wo man die Kühle erst des Nachts spürte.

Stacheliger Blick

Ich hatte etwas Schwierigkeiten die kleine Tür wieder zu finden und hatte schon Bedenken, dass sie mitt­ler­weile abge­schlossen worden wär, was aller­dings nicht der Fall war.
Am nächsten Morgen wachte ich in meinem Zimmer im Bett auf und ich wusste nicht, ob ich es geträumt hatte oder ob es Realität war.
Somit machte ich mich vor dem Frühstück erst einmal wieder die Treppe hoch … war es Realität oder Traum ?

Träume in Grün

Die Dachterrasse war in ihrem Zauber noch da, diesmal im strah­lenden Sonnenschein über den Dächern von Sevilla
Ich dachte, dass es besser wäre, erst einmal zu früh­stü­cken, bevor ich mich wieder vom Zauber des “Dach‐​Paradieses” in den Bann reißen lasse. In den Nachmittagsstunden konnte ich dem aller­dings nicht wider­stehen.

Man sieht, wie nah Realität und Traum beiein­ander liegen…
Vielleicht haben die anderen Gäste des Hotels nicht die Zeit der 60er‐​Jahre in Deutschland mit 8 bis 10 Parteien‐​Mietshäuser und ihre Dachböden miter­lebt, sonst wären ja oben auf der Dachterrasse mehr Menschen gewesen außer mir.

Was lernen wir daraus :

Die Eindrücke der Jugend
bestimmen den Geist des Lebens”


*  sh. auch meinen Beitrag “Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte

* sh. auch meine Fotos Sevilla


(Sonstiges)

Impressum

Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte

                      “Der Blick nach Ost‐​Westen”

Es gibt Momente, die lassen sich nicht in Worte fassen und man weiß in dem Moment, dass sie nicht wieder­kehren.
Und dies ist oftmals nur ein Blick, denn ein Blick sagt mehr als 1000 Worte.
Und eine Sekunde kann über den Rest des Lebens entscheiden.
Auch wenn man nicht ins Melancholische abdriftet, kennt jeder den Moment des blanken Entsetzens posi­tiver Art, was jeden vor Staunen stumm werden lässt und in dem Moment weiß man, dass es nicht mehr aus dem Gedächtnis verschwinden wird, bis ans Ende aller Tage…

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Sevilla bei Nacht (Dez. 2014)

      “Wer Sevilla nie gesehen, hat noch kein Wunder gesehen”

So lautet ein altes Sprichwort…
Und da ich ja für Wunder immer offen bin, zog es mich über die Weihnachtstage 2014 zum Wunder hin, nämlich nach Sevilla, in deren Altstadt Santa Cruz.
Sevilla bei Nacht (Dez. 2014) weiter­lesen

Beschilderungen (2)

                                 “Wer suchet, der findet”

Nachdem man im 1. Teil gesehen hat, dass alles in Italien anders ange­gangen wird, als in heimi­schen Deutschland, fragt man sich natür­lich, wie das Problem denn in anderen Ländern Europas gelöst wird. Beschilderungen (2) weiter­lesen

Aufstieg in der Sierra Nevada (Dez. 2014)

                “Höhen‐ und Weitenrekord 2014”

Das Weihnachtsfest hat für mich so gut wie keine Bedeutung und da ich als Junggeselle keine Ambitionen habe an den Tagen zuhause zu bleiben, plante ich für  die Weihnachtszeit 2014  ein Projekt in einer südli­chen Gegend, wo die Temperaturen besser sind, als im heimi­schen Deutschland.
Meine Wahl fiel auf SEVILLA, wo es in der Weihnachtszeit 19° Grad tags­über sind.
Aufstieg in der Sierra Nevada (Dez. 2014) weiter­lesen