Fano Adria (Mai 2014)

                                   “Perle an der Adria”

Bei den Vorbereitungen meiner Wanderung unter­halb von Rimini begin­nend, die Adria herunter im Mai 2014, fiel mir bei vorhe­riger Recherche auf, dass der Ort Fano oftmals zweimal verzeichnet ist.
Einmal mit einem ganz normalen O geschrieben und einmal mit einem durch­ge­stri­chenen Ø.
Das zweite erin­nert an etwas Skandinavisches und so ist es auch, Fanø ist nämlich eine kleine däni­sche Insel in der Nordsee, was man überall nach­lesen kann.

Aber den besagten Ort FANO (mit normalen O) kennt nicht jeder.
Er sollte der Endpunkt der Strecke zwischen Cattolica über Persaro nach Fano sein.

In Cattolica beginnt das eher weniger bekannte italie­ni­sche Land MARKEN, aus dem immerhin zwei bedeu­tende italie­ni­sche Komponisten herstammen, nämlich Gaspare Spontini und Gioachino Rossini.

Rossini in Pesaro


Die Vorbereitungen hatten mir schon gezeigt, dass Fano ein Ort sein muss, der den Charme früherer Städte an der Adria behalten hat und dem heutigen Strand-​Massen-​Tourismus Paroli bietet.

Die letzten 10 km zwischen Pesaro, der Heimatstadt Rossinis und Fano legte ich direkt am Strand zurück, dies ging aller­dings nur, weil in den frühen Mai-​Tagen noch keine Saison war.

Wie bei allen anderen Adria-​Städten, sollte man auch in Fano die Strand-​Gegend meiden – hier wird alles geprägt durch Strand-​Tourismus mit seinen bunker­ar­tigen Hotels, Tennisplätzen und unend­lich langen Sonnenschirm-​Reihen für die sonnen­hung­rigen Strand-​Touristen, und dies schon seit den frühen 50er-​Jahren.
Dieses ist ja eher abschre­ckend, aber es scheint ja noch zu funk­tio­nieren, denn sonst gebe es ja dieses “Strand-​Idyll” nicht mehr.

Fano gibt es ja schon seit der Römerzeit, damals hieß es Fanum Fortunae.
“Fanum”
bedeutet soviel wie “Tempel”, denn hier soll in der Römerzeit der Tempel der Göttin Fortuna gestanden haben.

Augustus mit erho­bener Hand

Es thront noch vor dem Eingangstor (Arco d’Augusto)  derje­nige, der das Ganze hier erschaffen haben soll, und das ist Gaius Octavianus Augustus, besser bekannt als Kaiser Augustus.
Wenn er irgendwo auftaucht (Capri, Orange-​Provence…), erscheint er immer mit Rüstung und erho­bener rechter Hand – ob er aller­dings beim Bau der Stadt selbst mit Hand ange­legt hat, ist natür­lich frag­würdig…
…aber es muss ja immer unter dem Namen eines Herrschers laufen, sonst ist es zeit­lich schwer einzu­ordnen.

Arco d’Augusto Fano

Wenn man durch das prunk­volle Eingangstor schreitet, so fällt einem sofort auf, dass Fano eine sehr gut erhal­tene zusam­men­hän­gende (!) Altstadt mit traum­haften Fassaden besitzt (restau­riert im Jahre 2003).
Die Gassen und Straßen sollen laut der Literatur noch den Verlauf der alten Römerstraßen haben.

Gassen-​Flair

Es lässt das Herz eines jeden Fotofreundes höher schlagen.
Die schmalen Gassen, abzwei­gend von der Hauptachse Via Arco d’Augusto, zeigen wieder den Flair italie­ni­scher “Hinterhöfedie alles andere als Hinterhöfe sind.

Hinterhöfe

Das Herz der Altstadt ist aller­dings, wie in den meisten italie­ni­schen Städten, ein Platz.
Der Piazza XX Settembre ist wiederum fixiert auf einen Brunnen (Fontana della Fortuna)   und das gesamte umlie­gende Panorama des Platzes lässt jeden Italienfreund an die Kulisse von Verona denken.

Fontana della Fortuna

Brunnen sind auch so eine Art Symbole für Leben, ob nun pflanz­li­ches oder mensch­li­ches Leben, denn ohne Wasser, wäre alles schnell am Ende, also eine Art “Lebens-​Elixier”.

Lebens-​Elixier Wasser

In abend­li­cher Stunde lässt sich der Platz, an dem auch das Theater der Stadt (Fondazione Teatro Della Fortuna) im Palazzo del Podesta liegt, am besten genießen, vor allem bei lauen Temperaturen, die an den frühen Maitagen hier herr­schen.

Könnte in Verona sein

Bei meinen immer wieder auftre­tenden Essensproblemen, gibt es einen guten Trick, etwas Essbares zu finden, den ich auch wieder in Fano anwen­dete.
Und jetzt aufge­passt ihr Junggesellen, die ihr nie Kochen gelernt habt.
Man geht einfach in die Gegenrichtung von den mit Plastiktüten tragenden Bewohnern, also dahin, wo diese gerade herkommen, denn dann ist man an der Quelle, nämlich an einem Supermarkt (Punto Simply).
Klingt ganz simpel, doch jetzt kommt der Haken, denn als ich es endlich geschafft hatte, diesen “einfa­chen Punkt” zu finden, hatte dieser gerade geschlossen, denn über die Mittagszeit ist hier alles dicht.

Grünes Licht

Da muss man schon Platz nehmen unter den Bäumen der kleinen park­ähn­li­chen Anlagen, die in relativ großer Anzahl vorhanden sind.

Einzelne Kirchen lockern die sehr gut erhal­tene Fassade auf, denn Kirchen dürfen in italie­ni­schen Städten ja nicht fehlen.


Die mittel­al­ter­liche Festungsanlage ist teil­weise noch erhalten und weist auch auf die lange Geschichte der Stadt hin.

Mittelalterliche Festungsmauer

Nord-​westlich der besser zu meidenden Strandgegend, besitzt Fano auch einen kleinen Jacht- und Fischerei-​Hafen.
Von Nord-​Westen kommend, hat ein seit­li­ches “Einschreiten” in den Ort den Vorteil, dass sich einem beim ersten Eindruck ein Fano zeigt, was nicht vom Strand-​Tourismus geprägt ist.

Bild von einst

Jetzt besitzt Fano noch etwas, was nicht jeder weiß, auch der bewan­derte Italien-​Freund HerrRoth zu dem Zeitpunkt nicht.
Wenn man nämlich die beiden Worte Italien und Karneval in den Mund nimmt, dann denkt natür­lich jeder an den Carnevale di Venezia.

Nur, dass dieses kleine Fano einen eigenen Karneval hat, der als der älteste Karneval in Italien gilt.
Dies würde kaum ein Besucher der Stadt vermuten.
Denn im Februar wird einge­denk der Tradition gefeiert, was das Zeug hält.

Semel in anno licet insa­nire’, ‘einmal im Jahr darf man verrückt sein’.
Dieses römi­sche Sprichwort hat in Fano Fuß gefasst.
Denn laut der Legende sollen bereits im Mittelalter karne­val­ähn­liche Feiern statt­ge­funden haben, und dies, weil sich (angeb­lich) zwei einst verfein­dete Familien (die Del Cassero und die Da Carignano) versöhnten, und das musste natür­lich passend gefeiert werden.
Denn Feiern ist natür­lich besser, als bekriegen…
Dann geht die Energie wenigs­tens nicht in Richtung Zerstörung, sondern in Richtung Heiterkeit.


Abschließend sei zu sagen :

         “Wanderer durch­schreite dieses Tor und lass das Heute heute sein,
denn werfe deinen Blick in längst vergan­gene Zeiten,
denn ohne die, könnt das Heut nicht heute sein!”

 

* Carnevale di Fano (http://www.carnevaledifano.com/)


(HerrRothBesucht)

                                                   Impressum

Le Jardin Secret – Marrakesch (Dez. 2016)

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Das Leben entflieht, drum zeig dich nicht so wähle­risch gegen das Glück,
das sich bietet, genieße es schnell.”
(Stendhal, Die Kartause von Parma, 1839)


Das Chaos und die Hektik in der Medina von Marrakesch lässt gewisse Ruhestätten notwendig werden – und diese Ruhestätten sind in der marok­ka­ni­schen Handelsmetropole nicht unbe­dingt die unzäh­ligen Museen und Paläste, sondern geschickt ange­legte “Gärten”.

Der bekann­teste “Garten” dieser Art ist der Jardin Majorelle im Norden, außer­halb der Medina gelegen, der 1980 vom fran­zö­si­schen Modedesigner Yves Saint Laurent aufge­kauft wurde und dessen Asche nach seinem Tode hier verstreut wurde (!)
Der Reiz des Jardin Majorelle ist für jeden Fotografen die Fusion der in Kobalt-​Blau gehal­tenen Mauern und Beet-​Begrenzungen mit dem Licht-​Schatten der unzäh­ligen exoti­schen Pflanzen.

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Licht-​Schatten und Kobalt-​Blau

Im Jardin Majorelle ist der touris­ti­sche Andrang natür­lich sehr groß, weil er ja der bekann­teste Jardin von Marrakesch ist – das Wandeln in den Gängen, unter Palmen und um geschickt ange­legte Wasserbassins, lässt den eigent­li­chen Sinn des Gartens als Oase der Ruhe nur erahnen, da die Besucher in der Masse einen vom eigent­li­chen Sinn des Gartens ablenken.

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Oase der Ruhe (?)


Allerdings ist der Jardin Majorelle nicht der einzige Garten dieser Art in Marrakesch.
Bei meinem oftmals eher flucht­ar­tigen Bummeln in der Medina  zur Weihnachtszeit 2016, stieß ich auf ein nörd­lich des Jemaa el-​Fna gele­genes “Objekt”, was sich aus mehreren Gründen bei einem Aufenthalt in dieser Stadt lohnt aufzu­su­chen…

…dem Le Jardin Secret.

Wieder leicht auf der Flucht vor heran­na­henden Händler, denen man haupt­säch­lich in der Medina ausge­lie­fert ist, traten in der Rue Mouassine im nörd­li­chen Medina-​Bereich, zwei wie engli­sche Butler geklei­dete Herren mir entgegen und ich glaubte wieder, entwei­chen zu müssen.

Nach dem Entrichten des eher kleinen Obolus, empfing mich hinter den Mauern doch ein Ruhepol und eine Oase der ganz beson­deren Art.

Die Form und Struktur der marok­ka­ni­schen Riads (arabisch “Garten”) sind nicht nur in den “Hotels” zu finden, sondern auch hier – d.h., dass der Jardin von hohen (fens­ter­losen) Mauern umgeben ist – diese archi­tek­to­ni­sche Struktur ist früheren Zeiten entlehnt, als man auf die geniale Idee kam, die para­dies­ar­tigen Innenhöfe mit dicken Stampflehm-​Mauern rötli­chen Farbtons zu umbauen, um der im Sommer herr­schenden Hitze Einhalt zu bieten – und nicht nur im Sommer…
Bei meinem Besuch zur Weihnachtszeit herrschten hier ca. 27° C, wogegen im Innenhof des Riads die Heizapparate liefen.

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Die roten Mauern von Marrakesch

Der Jardin Secret ist eine Fusion aus Garten-​Kunst, Architektur und einem geschickt ange­legten Bewässerungs-​System arabi­scher Herkunft aus der Dynastie der Sultane vor mehr als 400 Jahren.
Die Mehrfach-​Funktionen des Bewässerungs-​Systems der soge­nannten “Hängenden Gärten der Semiramis”,  oder auch die “Hängenden Gärten von Babylon” genannt, eines der sieben Weltwunder der Antike, hat der Menschheit gezeigt, dass Gärten mehr sein können, als nur Anpflanzungen in Beeten.

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Exotischer Garten – Jardin Secret

Der Jardin Secret besteht so gesehen aus zwei Garten-​Komplexen.

Wenn man durch den pavi­lion­ar­tigen Eingangsbereich geht, der durch seine Architektur und Mosaikkunst, wie auch durch hand­ge­fer­tigten Stuck im geome­tri­schen Design, ins Auge fällt, zeigt sich als erster Eindruck hierin ein enormes hand­werk­li­ches Können.
Alles knüpft an die Tradition vornehmer arabisch-​andalusischer und marok­ka­ni­scher Paläste an.

154Der erste Komplex ist der leicht klei­nere Exotische Garten
Pflanzen aus 5 Kontinenten wachsen Seite an Seite, aus Ländern, die klima­tisch den Gegebenheiten von Marrakesch glei­chen.
Schon hier spürt der Besucher die Atmosphäre des Lichtes, der Luft, der Ruhe und des Friedens.
Der größere Komplex auch wie ein Quadrat ange­legt, ist aller­dings der Islamische Garten.
Dieser hat auch die Struktur eines mit hohen Mauern umge­benen Riads und hat vier quadra­tisch ange­legte fast gleich große Beete.


Diese zeigen die stilis­ti­sche Tradition des Mittleren Ostens, erdacht aus einer irdi­schen Paradies-​Reflexion aus dem Koran.
Wenn man nun einen Sinn für Romantik und vor allem für das Metaphysische hat, dann erkennt man hier schon tief­grei­fende Wurzeln aus Himmel und Natur.

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Wasser als Symbol für Leben

Wasser ist ein funda­men­tales Element für die Existenz mensch­li­chen und pflanz­li­chen Lebens.
Genauso ist Wasser ein Symbol und ein Zeichen natu­reller  Kraft und Energie, was mir beim später genos­senen frischen Minze-​Tee auch klar wurde.
Die Natur macht nichts umsonst, denn ohne die beiden Grundelemente Wasser und Licht wäre das Leben auf der Erde bereits erlo­schen.
Was einem Besucher des Jardins auffällt, ist das in beiden Gärten geschickt ange­legte Kanal-​System, was frisches Wasser aus dem Hohen Atlas bringt.

153Die kleinen künst­lich ange­legten Kanäle durch­ziehen beide Komplexe wie Adern und dienen haupt­säch­lich der Bewässerung der ange­legten Beete.
Als Herz des Islamischen Gartens kann man den spru­delnden Brunnen ansehen, der mit marok­ka­ni­scher Mosaikkunst (Zellig) gestaltet ist.
Das Wasser wird aus dem Hohen Atlas durch eine über tausend Jahre alte Technik unter­ir­di­scher Kanäle hierher geleitet.
Das hydrau­li­sche System der Wasserlenkung ist zum Überleben des Gartens nötig.

Die unter­ir­di­sche Drainage versorgt nicht nur die Moscheen und Bäder in Marrakesch, sondern auch die Gärten und Brunnen.

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Das Herz des Islamischen Gartens

Der Jardin Secret hat das Privileg eines eigenen Bewässerungs-​Systems, was ein Zeichen von Wohlstand aus früheren Jahren ist.
Dieses ließ bei mir die Erinnerung an das Kanalsystem in Bologna hoch kommen.

Somit eröffnet sich einem die lange Tradition der alter­tüm­li­chen Riads, die ein kluges Kanal-​System und Wasser-​Bassins mit verknüpften Rohren und Kanälen besaßen.
Diese Art einer Gartenanlage zeigt aller­dings auch die Macht früherer Herrscher, die Besitzer dieser Riads und Komplexe waren.
Im Eingangsbereich ist durch eine Computer-​Simulation das Bewässerungs-​System darge­stellt und gut für den Besucher nach­voll­ziehbar.

Wenn man nach dem Besuch des Jardin Secret, der durch die eher wenigen Besucher auch seinen Namen verdient, wieder in die Hektik des Handelns und geschäft­li­chen Treibens zurück­kehrt, ist es schon wie ein Auftauchen aus einem Paradiesgarten, was der Sinn dieses Gartens auch sein soll.

Was lernen wir daraus :

                       “Die Natur macht nichts umsonst”


* Le Jardin Secret Marrakesch (http://www.lejardinsecretmarrakech.com/en/)


(HerrRothBesucht)

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Essaouira (Dez. 2016)

                          “Die blauen Türen von Essaouira”

Essaouira gilt ja insge­heim als Kontrapunkt zum hekti­schen Marrakesch und wird von vielen Besuchern der Stadt der roten Mauern besucht.

Die Stadt (Essaouira) liegt auf einer Halbinsel und hat eine teil­weise gut erhal­tene Festungsanlage zum Wasser hin (Scala del la Kasbah), die auf die portu­gie­si­sche Geschichte hinweist – mit dem Bau der Mauer wurde im 16. Jahrhundert begonnen, als die Portugiesen einige Landstriche hier eroberten.
In den Schießscharten stehen heute noch eine Anzahl von Kanonen, die wie zum Abschuss bereit zu stehen scheinen.

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Scala del la Kasbah

Zeitweise war Essaouira der größte Seehafen Marokkos und gelangte durch den Karawanenhandel zu erheb­li­chen Wohlstand.
Aber wie man aus der Geschichte kennt, ist alles ein Auf und Ab, denn im 20. Jahrhundert verlor die Stadt zuneh­mend an Bedeutung, da die Handelsverbindungen unter­bro­chen wurden.

Wieder ins Gedächtnis gerufen wurde die Hafenstadt Ende der 60er-​Jahre als Zentrum der Hippie-​Bewegung, was ja heute schon lange in Vergessenheit geraten ist.

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Intarsien Manufaktur

Genauso ist Essaouira noch heute das Zentrum der hohen Kunst der
INTARSIEN und deren Manufakturen.
Produkte aus dem harten Thuja-​Holz mit fanta­sie­reich einge­legten, minia­tur­großen Mustern aus Zitrusholz.

In einer Manufaktur bewun­derte ich hunderte von Hand ange­fer­tigte Produkte wie Tische, Zigarrenkisten, Buchstützen, Schachbretter, Regalen, bis hin zu größeren Möbelstücken.

Die aus den Berberdörfern zuge­wan­derte Bevölkerung lebt haupt­säch­lich neben dem Tourismus vom Fischfang.

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Port d’Essaouira

Nach Süden erstreckt sich ein ca. 5 km langer Sandstrand – hier wurden für die Besucher alte Stadtpaläste in mondäne Luxushotels umge­wan­delt, denn das ganz­jährig milde Klima zieht viele auch zu einem längeren Aufenthalt in diese einst so mäch­tige Stadt.

Der symme­tri­sche Grundriss der Straßen und Gassen hinter dem zentralen Platz Moulay Hassan ist für eine marok­ka­ni­sche Stadt eher unge­wöhn­lich, wenn man an das Gewirr der Gassen und Souks im Handelszentrum Marrakesch denkt.

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Moulay Hassan Square

Das erste, was mir beim Bummeln durch die Gassen auffiel, ist die große Anzahl von Katzen.
Wenn man die Tagesbesucher abzieht, scheint es hier mehr Katzen zu geben als Einheimische.

Aus vorher studierter Literatur wusste ich, dass Essaouira aus dem Arabischen über­setzt “die Eingeschlossene” heißt.
Eigentlich komisch, denn der Ort liegt ja frei zum Atlantik hin.
Vielleicht stammt das Wort aus früheren kriegs­tech­ni­schen Begebenheiten… (?)

Doch dann kam mir eine eher abwe­gige Idee der Herkunft des Namens.
Denn, was jedem Besucher ins Auge fällt, sind die unzäh­ligen blauen Türen und Tore.

47-fEs ist schon komisch, wie man mit etwas Fantasie den Namensursprung frei inter­pre­tieren kann, auch wenn die Idee des Eingeschlossen-​Seins eher abwegig ist, denn der Blick über das weite Meer und die oftmals hellen Häuser zeigen einem ja eher die Freiheit.

Dieses ließ mich an die berühmten Türschlösser Bolognas
denken, wo es auch inter­es­sant ist, einmal die mäch­tigen, torähn­li­chen Türen dort zu öffnen und hinein­zu­schreiten.

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In Essaouira sind die Türen aber fast ausschließ­lich Eingänge zu den Wohnungen der Einheimischen, wobei sich Türgriffe, Kachelkunst und schmie­de­ei­serne Gitter mit dem jewei­ligen Blauton der Tür oder des Tores vereinen.

 

 

 


Dass sie schon mehr­fach leicht reno­vie­rungs­be­dürftig sind, macht ja eher ihren Reiz aus. Denn man erahnt die Schönheit von einst und sieht den Verfall von heute in dieser Art von Orten häufiger.

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Das Verfallene aus frühen Jahren hat wesent­lich mehr Aussagekraft, als das blitz und blank Herausgeputzte der heutigen Zeit.

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Wenn man bedenkt, dass Essaouira auch viele Künstler ange­zogen haben muss, ist es nicht verwun­der­lich, dass geschickt ange­legte, nur teil­weise reali­sierte Graffitis an den Wänden einzelner Gassen die Perspektive und die Vision der Szenerie erwei­tern.

 

 

 

 

Beim Durchwandeln der schmalen Gassen, glaubt man sich oftmals in einer anderen Welt und es kann auch durchaus sein, dass man die Orientierung dadurch verliert.

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Erweiterung der Vison

Von den blauen Türen foto­gra­fierte ich über 20 Stück, doch irgend­wann wich für den Farbenlehren-​Interessierten der Blauton immer mehr ab. 

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Blau und Rot ergibt Violett

Wie man aus der Schule wissen sollte, sind Blau und Rot Primärfarben im Farbkreis und deren Mischung ergibt die Sekundärfarbe Violett.
Mehr Rot-​Anteile ergibt ein eher rötli­ches Violett.

47-qMan sieht, dass man auch ohne Goethes und Newtons Farbenlehre zu kennen, von einheit­li­chen Blautönen irgend­wann einmal abge­wi­chen ist.

Über der rot-​violetten Tür, die die einzige ist, die ich unter den über 20 blauen Türen in diesem Farbton gefunden habe, stehen die Worte “La Cle de Voute”.

Wenn ich jetzt in der Schule Französisch als zweite Fremdsprache gehabt hätte, und mich nicht mit Latein hätte herum­quälen müssen, hätte ich schon in dem Moment wissen müssen, was ich erst im Nachhinein recher­chierte.

Denn “La Cle de Voute” heißt nämlich allge­mein “Schlussstein” und im über­tra­genen Sinne “Dreh- und Angelpunkt”.

Gut, dass ich es vor Ort nicht gewusst habe, sonst wäre ich wieder ins Philosophische abge­glitten oder hätte einmal die Tür inter­es­sens­halber geöffnet und hinein­ge­schaut.
Trotzdem komisch und frag­würdig, was dort hinter dieser Tür verborgen gewesen sein mag… (?)

Aber ein Geheimnis muss bleiben, was wieder eines meiner Zitate aus der (Intarsien-)Kiste springen lässt…

…denn, was lernen wir daraus :

                 “Faszinierend ist nur das Unergründliche”


(HerrRothBesucht /​ Sonstiges)


Impressum

Bar Cash in Marrakesch (Dez. 2016)

Wo der Dirham rollt”  oder
Chaos am Platz der Gehängten”

Wer einmal in Marrakesch war, der weiß, dass dort nicht nur ein totales Chaos herrscht, sondern auch der Rubel rollt, bzw. der Dirham kullert.

Der Menschenschlag in dieser Gegend ist ja der “Händler”.
Wir Deutschen sind gewöhnt, wenn etwas 10 € kostet, auch 10 € auf den Tisch zu blät­tern – ohne wenn und aber.
In Marrakesch und in der Arabischen Welt gibt es aller­dings keine bzw. nur wenige Festpreise.

Das heißt, wenn man in eines der unzäh­ligen Taxis steigt, geht es erst einmal ans Handeln.
Da die öffent­li­chen Verkehrslinien inner­halb der Stadt eher nicht ratsam sind, sollte man auf die alten Mercedes 220D zurück­greifen, die einen durch das Gewühl des Verkehrs an den gewünschten Ort bringen.
Klingt gut, klar – so soll es ja auch sein…doch läuft das hier ein biss­chen anders, als im heimi­schen Deutschland.
Denn hier wird erst einmal über den Preis der Fahrt gehan­delt und darauf sollte man sich auch einstellen und nicht sofort den genannten Preis hinblät­tern.

…please bring me to…, how much did it cost?”
Fifty Dirham!” -
kurzes Schweigen…
No my friend, that is to much!”
Let us say fourty…”
Nachdenkliches Schweigen, knis­ternde Ruhe.
…no fourty-​five…”
Angespannte Stimmung.
Ok, lets drive…”
Kurze Erleichterung.

Nach dieser 20 minü­tigen Debatte geht es dann endlich los.

Leichte innere Spannung meiner­seits – am Ziel zücke ich einen Fünfziger (zur Info 5,00 €), doch die Debatte geht weiter …

”…ok friend, I also bring you home for seventy Dirham all toge­ther!”
“No, no … never, I only want to drive to here and not back!”
Auge in Auge und wieder leicht erregte Stimmung.
Ok, I give you fifty…, but not Euro, only Dirham!”

Doch eher erleich­tert, steigt man aus dem Mercedes und fragt sich, wie die Karre durch den TÜV kommt (?).

An diesem Beispiel sieht man, dass man es in diesem Landstrich doch mit geschickten Händlern zu tun hat, die sehr clever sind und trotzdem im Rahmen des Legale bleiben, wenn man hier von legal reden kann.

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…wohin des Weges ?

Mein 8tägiger Aufenthalt in einem Riad direkt in der Medina (Altstadt) von Marrakesch hat mir gewisse Tricks vor Augen geführt und gezeigt, wie man dagegen angehen sollte.

Mein Riad hatte noch eine (relativ) güns­tige Lage, denn der “Platz der Gehängten” (Jemaa el-​Fna), einer der größten Garküchen der Arabischen Welt, war zur Fuß (wie sonst?) in ca. 20 Minuten erreichbar, aber nur, wenn man den Weg genau kennt.
Und da fangen die Probleme an.
Ein “Stadtplan” ist hier eher ein unnö­tiges Requisit, denn wenn man mit einem Plan planlos in der Hand herum­irrt, z.B. am ersten Tag, ist dies ein Zeichen für geschickte Einheimische, oftmals Kinder, dass ein Opfer naht.
Die männ­li­chen Jugendlichen sehen alle gleich aus, leicht dunkle Haut, dunkel­braune Augen, Segelohren und kurz gescho­rene Haare – bei einer Identifizierung wäre man aufge­schmissen.

Wenn nämlich diese jungen Geschöpfe merken, dass man etwas sucht, kommen sie sofort näher und versu­chen als erstes heraus­zu­be­kommen, welche Sprache man spricht oder woher man kommt – sie beherr­schen Englisch, Französisch und teil­weise auch Deutsch, und dies gar nicht so schlecht.
Sie bieten sich als “Führer” an und am Anfang glaubt man dies auch noch – nur wollen sie einen nicht an das gewünschte Ziel führen, sondern “arbeiten” mit anderen zusammen, die irgend­etwas in der Nähe betreiben – Gastronomie, Shops oder ähnli­ches, die auf Touristen ange­wiesen sind.

Das heißt, man will geschickt sein Opfer hier hinein­lo­cken, und nicht zu dem von ihm gewünschten Ziel, ganz schön clever und dreist.

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Medina von Marrakesch

Dies ist aller­dings nicht alles, was einem in dieser leben­digen Metropole passieren kann.
Wenn man verzwei­felt (in den Abendstunden) den Weg zu seinem rettenden Riad sucht, hat man immer die “Blagen” hinter sich, die versu­chen zu erfragen, in welchem Riad man wohnt.
Wenn man es dann unter deren Führung mit klop­fendem Herzen erreicht hat, will man natür­lich Geld dafür…

Was eine noch geschick­tere Variante ist, ist das “Dazwischenschummeln”.
Wenn man sich vom Hotel zu einem nahe liegenden Abfahrplatz für Sammeltaxis begibt, um eine externe Sehenswürdigkeit aufzu­su­chen, wird man schnell ange­spro­chen, wo man denn hinwolle und dann tut derje­nige so, als wenn er der Fahrer des Taxis wäre und dass er die Aufgabe habe, einen abzu­holen und zum Sammeltaxi zu bringen.
Am Platz zeigt sich schnell, dass derje­nige gar nichts mit dem Sammeltaxi oder dem Betreiber zu tun hat, sondern sich nur dafür ausge­geben hat, und dreist die Hand aufhält.

Der Jemaa el-​Fna (“Platz der Gehängten”) ist das Handels- und Chaos-​Zentrum Marrakeschs.
Es wimmelt nur so von Händlern, Schlangenbeschwörer, Wahrsager, Schuhputzer, Zauberkünstler, Akrobaten und unzäh­ligen mehr.

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Nun versucht man einen Trick, der auch meis­tens bei Touristen klappt. Man hängt zum Beispiel dem Opfer einfach eine Schlange um den Hals, ohne dass man dieses gewünscht hat, und will ihn (mit seinem Apparat) als schöne Erinnerung foto­gra­fieren.
Wenn das geschehen, dann geht es ans Bezahlen – man steht leicht geschockt da, weil man ja gar nichts von der eigenen Seite wollte, sondern einem die Schlange einfach um den Hals gelegt worden ist.

 

Aus Anstand (oder Verzweiflung) drückt man denje­nigen den gewünschten Geldschein in die Hand und zieht erleich­tert von dannen.

Genauso ist es mit den als Wasserverkäufern getarnten bunt geklei­deten Herren mit großen Hüten.
Wenn sich z.B. ein Ehepaar nähert, setzt einer der nichts­ah­nenden Frau seinen Riese-​Hut auf und die anderen stellen sich schön für ein Foto in Pose neben die Dame.
Ist ja für ein Erinnerungsfoto noch ganz lustig, doch dann kommt natür­lich für das Aufsetzen des Hutes die “Rechnung”…
Der Trick ist also der, dass man etwas bekommt, ohne dass man es wollte und dafür bezahlen muss, was die meisten auch tun.

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Das Zentrum des Handelns

Die oftmals recht traurig rein­bli­ckenden kleinen Jungens mit einem Tablett voll Plätzchen in der Hand, lassen das Herz einer jeden älteren Dame weich werden, die dann auch ein Plätzchen kauft.
Hierbei werden natür­lich die Plätzchen nicht aus Spaß verkauft, sondern man ist darauf ange­wiesen.
Tut einen ja auch Leid, aber wenn man hier jedem helfen will, steht man schnell selber hier und verkauft Plätzchen.

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Berber-​Viagra

Der Trubel in den Souks ist kaum beschreibbar.
Hier wird (fast) alles ange­boten, nur ist es kaum möglich stehen zu bleiben, ohne dass man die Gefahr eingeht, in den jewei­ligen Shop hinein­ge­lockt zu werden und dies schon oftmals sehr aufdring­lich.

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Dieses trübt ein wenig den Aufenthalt, denn wir als Deutsche sind es ja gewöhnt, zu bummeln und sich alles in Ruhe anzu­sehen.

Davon sollte man sich aller­dings einen Aufenthalt in der Stadt der roten Mauern nicht verderben lassen – gut ist eben nur, dies vorher zu wissen, um nicht darauf herein­zu­fallen.

Da kann man nur eins sagen :

                                     “Salem aleikum”

* Besuch des Festungsorts Essaouira (sh. “Blaue Türen von Essaouira”).
* Besuch Jardin Secret Marrakesch (sh.Jardin Secret”)
.


(Sonstiges /​ Tipps)


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Torquato Tasso Sorrent (Sept. 2012)

Tasso – Goethe – Wagner – Nietzsche
“Das Sorrent-​Schock-​Erlebnis”

Es gibt Städte, in denen sich mehrere großen Namen vereinen, obwohl diese Städte oftmals kaum eine größere Bedeutung haben und man vermutet auf den ersten Blick gar nicht die tiefere Bedeutung dieses Ortes.

Und so eine Stadt ist SORRENT am Golf von Neapel.

Eine mittel­große Stadt – eher ein Ort mit tief herab­stür­zenden Tuffstein-​Felswänden zum Meer hin.
Wenn man sich von Neapel mit dem Schiff Sorrent nähert, sieht man 40 Meter hohe Steilwände mit Luxus-​Hotels, die über dem Abgrund zu hängen scheinen.

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Über den Klippen

Wenn man die Fähre im Hafen (Porto di Sorrento) verlässt, fragt man sich unwill­kür­lich, wo eigent­lich Sorrent ist (?)

Sorrent war der Startpunkt meiner Amalfiküsten-​Wanderung im September 2012.
Bei den Vorarbeiten war mir auf Fotos von Sorrent aufge­fallen, dass es stark aufstei­gende Straßen gibt, die wie durch eine tiefe Schlucht nach oben führen, wo es kaum die Möglichkeit gibt, zu Fuß entlang zu gehen.

Denn, was man norma­ler­weise von Sorrent kennt, ist die Altstadt mit obli­ga­to­ri­schen Gassen und Souvenirläden,  einer stark befah­renen Verkehrskreuzung, ocker­far­bene Häuser, eine mittel­große (besser mittel­kleine) Kathedrale und dauer­haftes mensch­li­ches Treiben.
Doch um in den “Genuss” dessen zu kommen, muss man erst einmal einen gewissen Aufstieg über schluch­ten­ar­tige Haarnadel-​Kurven bewäl­tigen, bei dem man immer nur nach oben schaut, aller­dings muss man besser aufpassen, dass man heil oben ankommt, weil diese Straße keinen Bürgersteig hat.

Wenn man dann oben ist, empfängt einen doch ein eher gross­stadt­ähn­li­ches Treiben mit hupenden Autos, kreuz und quer laufenden Passanten und Politessen, die an der sehr befah­renen Kreuzung den Verkehr zu lenken versu­chen.
Die Halbinsel ist ja nach Sorrent benannt, nämlich Sorrento Peninsula, und dies hat auch einen Grund.

Sorrent (oder auch Sorrento) ist durch seine güns­tige Lage neben Neapel die Haupt-​Hafenstadt am Golf von Neapel und für den Golf von Salerno.
Von hier aus ist die Märcheninsel Capri gut zu errei­chen und genauso bietet Sorrent den Übergang zur berühmten
Amalfiküste.

Zu abend­li­cher Stunde muss hier ein herr­li­cher Ausblick auf den Golf von Neapel und auf die entfernt liegenden Inseln Ischia und Procida herr­schen.
Da weiß man auch, warum sich die Luxus-​Hotels direkt ober­halb der Steilklippen ange­sie­delt haben.

Neben dem touris­ti­schen Treiben, wird alles auch durch ein starkes Verkehrsaufkommen geprägt, was sich am Piazza Tasso bündelt.
Und dieser Name steht für den großen Sohn der Stadt, einem der eingangs erwähnten bedeu­tenden Namen, die Sorrent hervor­ge­bracht hat…

…nämlich TORQUATO TASSO.

TORQUATO TASSO (1544–1595), in Sorrent geboren, ist ein Dichter der Gegenreformation, der mit seinem Werk “La Gerusalemme libe­rata” (eigentl. “Das befreite Jerusalem”) bekannt geworden ist, an dem er 15 Jahre gear­beitet hat und das er 1574 veröf­fent­lichte.
Tasso litt den größten Teil seines Lebens an einer Geisteskrankheit, die man aus heutiger Sicht als Schizophrenie einstufen würde, die ihn aller­dings körper­lich nicht krank erscheinen ließ.
Es zog ihn ein Leben lang an den Hof nach Ferrara , wo eine Beziehung zur jungen Prinzessin von Este, der Schwester des Herzogs, vermutet wird.
Zum Liebling des Volkes wurde Tasso eher durch sein trau­riges Leben der Geistesgestörtheit, des Exils, der Gefängnishaft, der Armut und der immer wieder sich zerschla­genden Hoffnungen.
Hier in seiner Vaterstadt Sorrent ist dem Dichter nicht nur ein Platz (P.za Tasso), sondern auch ein Denkmal gewidmet.

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Tasso-​Denkmal Sorrent


Jetzt kommt aller­dings unwill­kür­lich ein weiterer großer Name ins Spiel,

der die Person des Torquato Tasso für ein Werk adap­tiert hat, und dies ist kein gerin­gerer…

…als Johann Wolfgang v. Goethe.

Unser Goethe (wie man so schön sagt) nahm sich dieses Themas an und veröf­fent­lichte seinenTorquato Tasso” (Ein Schauspiel) im Jahre 1790, welches dann im Februar 1807 in Weimar urauf­ge­führt wurde.
Es spielt ja auf dem Lustschloss des Este, Schloss Belriguardo, in Voghiera 16 km unter­halb von Ferrara.

Bei Interpretationsansätzen (die einen an den Deutschunterricht in der Oberstufe auf dem Gymnasium erin­nern), kann man erahnen (oder hinein inter­pre­tieren), dass Goethe die Figur des Tassos reizte, weil er in der Liebschaft Tassos mit der Prinzessin des Hofes in Ferrara, auch seine Beziehung zu Frau v. Stein am Hofe in Weimar zu erkennen glaubte (?).
Hineininterpretieren kann man natür­lich vieles (im Deutsch-​Unterricht war ich eigent­lich immer gut), aber es liegt ja auf der Hand.
Außerdem erwähnt Goethe in einem Tischgespräch am 6. Mai 1829:

Ich hatte das Leben des Tasso, ich hatte mein eigenes Leben, und indem ich zwei so wunder­liche Figuren mit ihren Eigenheiten zusam­men­warf, entstand mir das Bild des Tasso, dem ich als prosai­schen Contrast den Antonio entge­gen­stellte, wozu es mir auch nicht an Vorbildern fehlte. Die weiteren Hof-, Lebens- und Liebes-​Verhältnisse waren übri­gens in Weimar wie in Ferrara.”

Dieses kann ja eindeu­tiger nicht sein…er fusio­niert sich selbst mit der Person des Tasso.
Seine Liebesverhältnisse gibt Goethe wenigs­tens zu und verschweigt sie nicht.

Die Frage ist natür­lich, warum Goethe bei seiner Reise durch Italien 1786–88 Sorrent (meines Wissens) nicht aufge­sucht hat ?
Weder auf seiner Hinfahrt nach Sizilien von Neapel aus, noch auf seiner Rückfahrt.

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Goethe in Neapel

Im Mai 1787 auf seiner Rückfahrt nach Neapel, geriet das Schiff ja in Seenot, so dass er wahr­schein­lich froh war, als er wieder lebend in Neapel ankam.
Aber er besuchte Sorrent auch nicht bei seiner Hinfahrt, wo er das nicht weit entfernte Pompeji aufsuchte :

Wir fanden gute, muntere neapo­li­ta­ni­sche Gesellschaft daselbst. Die Menschen sind durchaus natür­lich und leicht gesinnt. Wir aßen zu Torre dell’ Annunziata, zunächst des Meeres tafelnd. Der Tag war höchst schön, die Aussicht nach Castell a Mare und Sorrent nah und köst­lich. Die Gesellschaft fühlte sich so recht an ihrem Wohnplatz, einige meinten, es müsse ohne den Anblick des Meeres doch gar nicht zu leben sein…”
(Italienische Reise”, 13. März 1787)

Goethes “Tasso” erschien 1790 und der Aufenthalt am Golf von Neapel war 1787.

Klar, war ja vorher…das Werk erschien (!) 1790, das sagt aber gar nichts, denn Goethe schreibt unter dem Datum des 30. März 1787:

Die zwei ersten Akte des Tassos, in poeti­scher Prosa geschrieben, hatte ich von allen Papieren allein mit über See genommen…”

Dieser Eintrag in der “Italienischen Reise” zeigt, dass Goethe am Werk aktiv arbei­tete, als er am Golf weilte.
Warum er dann die Geburtsstadt Torquato Tassos nicht aufsuchte, ist natür­lich komisch.
Der Name Sorrent kommt auch in der “Italienischen Reise” nur 5 oder 6 mal vor, dieses aller­dings immer nur aus Distanz, also in weiter Ferne zu sehen…

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Residenzschloss der Este

Außerdem erwähnt er am 16. Oktober 1786 bei dem kurzen Aufenthalt in Ferrara bei dem ehema­ligen Residenzschloss der Este, zum ersten Mal die histo­ri­sche Figur des Tasso.
Hier hat Goethe versucht, Spuren des histo­ri­schen Torquato Tasso nach­zu­gehen, die Tasso im Herrschaftsbereich hinter­lassen hatte, was er (Goethe) aller­dings schnell aufgab.

Ariosts Grabmal enthält viel Marmor, schlecht ausge­teilt. Statt Tassos Gefängnis zeigen sie einen Holzstall oder Kohlengewölbe, wo er gewiss nicht aufbe­wahrt worden ist. Auch weiß im Hause kaum jemand mehr, was man will…”
(“Italienischen Reise”, 16. Okt. 1786)

Das Schloss Belriguardo, der Schauplatz seines Werkes, unter­halb von Ferrara, hat er nie besucht, obwohl er ja 1786 in Ferrara war und die 15 km ‘gen Süd-​Osten auch noch hätte auf sich nehmen können.
Stattdessen setzt Goethe seine Route fort, indem er quasi in die Gegenrichtung ‘gen Westen nach Cento fährt und von da nach Bologna.
Den Handlungsort seines Werkes (“Tasso”) lässt er einfach am Weg liegen, obwohl er ja eigent­lich im Mittelpunkt seines Interesses stehen sollte, vor allem, weil er ja an dem Werk arbei­tete.

Manchmal sind die “Wege” großer Schöpfer nur schwer nach­zu­voll­ziehen.

Soweit unser Goethe

 

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Grand Hotel Excelsior Vittoria Sorrento

Doch in SORRENT fand im ersten Hotel der Stadt, dem Grand Hotel Excelsior Vittoria, noch etwas anderes statt, und das weiß nicht jeder – nämlich ein denk­wür­diges Treffen, was in die Geschichte einge­gangen ist…

Denn in diesem Luxus-​Hotel war das letzte Treffen von Richard Wagner mit Friedrich Nietzsche am 2. Nov. 1876 – für Wagnerianer bekannt, als “das letzte Treffen des Meisters mit Nietzsche in Sorrent”.

Das Ende der eins­tigen Sternen-​Freundschaft hat natür­lich wieder viele Legenden bis hin zu Lügen hinter sich herge­zogen.

Dieses wurde durch Nietzsches Schwester Elisabeth Förster-​Nietzsche kult­haft nach-​inszeniert (und gefälscht), und zwar dahin­ge­hend, dass bei einem abend­li­chen Spaziergang am Allerseelen (2. Nov.) 1876 über den Klippen von Sorrent, Richard Wagner auf das Thema seines noch in Arbeit stehenden “Parsifal” kam (nämlich über einen geistig-​mythischen Universal-​Zusammenhang, in den die Parsifal–Ästhetik gestellt werden sollte) und Nietzsche entsetzt und ableh­nend in der Dunkelheit verschwunden sei (“Sorrent-​Schock-​Erlebnis”).

Dass Nietzsche die Ästhetik des Mitleids (im Parsifal) aus philo­so­phi­scher Sicht ablehnte (“Mitleid ist Dekadenz”), ist bekannt, aber für eine strei­tende Entzweiung nach diesem Spaziergang, liegen keine Beweise vor.
Dies zeigen auch die Tagebücher Cosimas,  die von einem schönen Spaziergang mit Freund Nietzsche schreibt und keinen Anlass hatte, hier Fälschungen vorzu­nehmen.

Hierüber ist viel geschrieben worden, genau wie über den Bezug Wagners und Nietzsches, trotzdem zeigt die (bewie­sene) Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt (vor allem an diesem Abend) es zu keinerlei Auseinandersetzung kam, wieder einmal, wie schnell Legenden und Lügen in die Welt gesetzt werden und in die Geschichte eingehen, als Wahrheiten, die nicht stimmen.
Der eigent­liche Bruch zwischen Wagner und Nietzsche kam dann erst einige Zeit später.
Dies zeigt, dass man Biographen und Meinungsmanipulatoren immer kritisch gegen­über stehen sollte.

Dieses wusste nun auch HerrRoth, als er die Klippen über Haarnadelkurven nach Sorrent hoch stieg, am frühen Morgen Mitte September 2012, also einige Jahre nach dem angeb­li­chen “Sorrent-​Schock-​ErlebnisFriedrich Nietzsches.

Von der in den Felsen hinein geschla­genen Straße sind, wenn man nach oben schaut, seit­liche Räumlichkeiten des Luxus-​Hotels aus der Froschperspektive zu erkennen.

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Luxus-​Hotel aus der Froschperspektive

  
Das erste Ziel meiner Amalfiküsten-​Wanderung war natür­lich das Grand Hotel Excelsior Vittoria, was man schon von der Fähre und vom Hafen aus steil über den Klippen thro­nend sieht.

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Residenz mit Weitblick

Der eigent­liche Eingang des Komplexes dieses geschichts­träch­tigen Hotels ist nicht ganz einfach zu finden, vor allem im Strudel der Menschen und Autos.
Der Eingang ist vom bereits erwähnten Piazza Tasso aus, gekenn­zeichnet durch im Wind flat­ternde Fahnen.

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Eingang ins Paradies

Wenn man davor steht, glaubt man gar nicht, dass das der Zugang zu einem 5 Sterne Hotel ist, wo heute die Nacht zwischen 374€ bis 1.040€ kostet.

Es ist ein Hotel, was ja für den verschwen­dungs­süch­tigen Wagner wie geschaffen war.
Mir blieb aller­dings mein obli­ga­to­ri­sches “…do you have a room for me?” im Halse stecken.

Nachdem ich mich kurz verlaufen hatte, schlug ich dann erst die Hauptstraße (SS145) Richtung Osten ein, um dann über den Bergkamm Richtung Amalfiküste zu kommen – der Blick über die beiden Golfe (Neapel und Salerno) lässt einen auch ohne so viele bedeu­tende Persönlichkeiten zum Dichter werden.

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Blick nach Sorrent


Was lernen wir daraus :

             “Die Größe des Dichters ist danach zu bemessen,
                                was er uns verschweigt”

 

(HerrRothBesucht)

 

* Grand Hotel Excelsior Vittoria (www.excelsiorvittoria.com)
* Goethe Zeitportal (http://www.goethezeitportal.de/home.html)

 

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Impressum

Carnevale di Venezia (2)

                          “Zaubermasken – Maskenzauber”

Es gibt gewisse Tricks, um die jewei­lige Maske ohne störende Touristen zu foto­gra­fieren.

Erst einmal der Trick mit den frühen Morgenstunde (“Morgenstund hat Gold im Mund”).
Hierbei sollte man natür­lich nicht vor großen Hotels warten, sondern einfach spontan durch die Gassen und auch einsam liegende Plätze streifen, um fündig zu werden – denn wer suchet, der findet.

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…schwer zu erkennen und doch gefunden

Wenn die Uhr Richtung Spät-​Nachmittag geht, versam­meln sich die Masken an den Haupt-​Knotenpunkten, nämlich San Marco, Rialto und Arsenale.
Hierbei kann sich ja jeder denken, dass dann ein Fotografieren kaum möglich ist.
Man kann dann nur das Prinzip “von unten gegen den Himmel” anwenden, um die umste­henden Menschen auszu­klam­mern.

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…von unten gegen den Himmel

Denn das Wichtigste bei dieser Art von Fotografie, ist die Folge :

                                     Kulisse  –  Maske  – Pose

Dies bedeutet, dass es das Ziel des Fotografen sein sollte, nicht nur einfach die Maske zu foto­gra­fieren, sondern diese auch in die Kulisse zu inte­grieren, die es ja in Venedig gibt.
Desweiteren sollte die Maske auch in eine gewisse Pose und Gestikulation gehen, das wirkt natür­lich immer besser, als wenn man nur die daste­hende Maske foto­gra­fiert.
Aber dabei stören natür­lich die umste­hende Menschen.

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In Pose

Jetzt kommt der nächste Trick.

Es gibt gewisse Punkte in Venedig, wo man die Masken viel­fach ohne störende Touristen findet, sondern nur mit Fotografen, die diese Punkte kennen.
Dies ist natür­lich wichtig, weil es zum Karneval ja auch viele Profi-​Fotografen zieht.

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Rosa Marmor

Und einer dieser Punkte ist der kleine Platz vor der Kirche Chiesa di San Zaccaria (Campo di San Zaccaria).
Diese Kirche hat einen leicht rötli­chen Marmor, der als Hintergrund für Fotos gut zu verwenden ist.
Dieser Platz liegt leicht versteckt östlich vom Markusplatz in San Marco.

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An der Chiesa di San Zaccaria

Ein weiterer sehr zu empfeh­lender Ort für die Karnevals-​Fotografie, ist im südli­chen Stadtteil Dorsoduro zu finden.

Hier fließt ja der Canale Grande nach Venedig herein und hat dort seine größte Breite.
Um die auf der Spitze liegende Kirche Santa Maria della Salute an der Fondamenta Salute erstreckt sich ein gewisser Platz, den man aber nicht unbe­dingt als Platz (Campo) bezeichnen kann.
Trotzdem ist mir bei meinen Aufenthalten immer wieder aufge­fallen, dass es hier sehr gute Möglichkeiten gibt, die Masken ohne viele Menschen zu foto­gra­fieren.

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Pierrot am flirten

Auch leicht erhöht stehend, können die Masken hier unge­stört in Pose gehen und man kann auch eine gewisse Bilder-​Folge der sich bewe­genden Masken machen.

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…in Bewegung

Generell macht man natür­lich nicht ein Foto von der jewei­ligen Maske, sondern lichtet sie oftmals 10 bis 12 Mal ab, dadurch ist die große Anzahl der Fotos zu erklären.

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Fondamenta Salute (“Eve”)

Es ist oftmals ein rich­tiger Kampf um jedes Foto.
Man merkt schon immer, wenn sich eine inter­es­sant gestal­tete Maske nähert, weil dann scha­ren­weise die Fotografen in diese Richtung strömen.

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Würdevoll

Es ist oftmals sogar inter­es­sant (und auch lustig) einmal Fotos zu machen, von den um die Maske herum liegenden und kämp­fenden Fotografen. Dies habe ich aller­dings bei meinen Aufenthalten vor Ort verpasst.

Die Masken genießen es oftmals richtig, wenn sie im Mittelpunkt des Interesses stehen – ist ja auch richtig so, denn es ist ja schon eine mühe­volle Aufgabe, nicht nur diese Maske zu schnei­dern, sondern auch damit im Gepäck nach Venedig zu reisen, sich im Hotel darin zu kleiden, um durch die Stadt zu streifen, von den damit verbun­denen Kosten ganz zu schweigen.

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Campo di San Zaccaria

Viele Fotografen (beson­ders Profis) ziehen mit gewissen Masken von dannen, um sie in Innenräumen oder Studios vor Ort besser und ruhiger foto­gra­fieren zu können.
Vom Praktischen her gesehen ist es so, dass man in später Abendstunde mit hunderten von Fotos im Hotel tot ins Bett fällt, um am nächsten Morgen wieder in der Frühe loszu­ziehen, um weitere Masken in guter Kulisse (ohne Touristen) zu erwi­schen – also eine ganz schön anstren­gende Arbeit…
Dabei sollte man sich aller­dings keinen Stress machen, dass entschei­denden ist aber immer das Wetter bzw. die Lichtverhältnisse.

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Kerzenhalter

Man fragt sich nun, was die Masken eigent­lich abends machen, wenn es dunkel ist und man selbst erschöpft im Hotelbett liegt…

Zu dem normalen Rahmenprogramm gibt es eine Anzahl von rausch­haften Bällen mit Tanz und Musik in gastro­no­mi­schen Räumlichkeiten und Sälen.
Hierbei sollte man bedenken, dass diese Feiern nur für Masken-​Inhaber sind, und auch Eintrittspreise haben, die für einen normalen Menschen nicht erschwing­lich sind.
Deshalb ist es somit doch besser, wenn man abends erschöpft im Bett liegt, als wenn man Unsummen von Geld für eine Feier ausgibt.

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Händchenhalten

Da ich analog foto­gra­fiere, ist der Fußboden meines Wohnzimmers, was eine stolze Größe von 22,5 qm hat, immer nach der Entwicklung der Fotos mit hunderten von Fotografien über­säht, die auf die Auswertung warteten.
Aber ohne Fleiß kein Preis…

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Über 400 Fotos vom Karneval sind einzu­bli­cken unter :

* Facebook (herr­ro­thwan­dert­wieder) -  2010
*
Facebook (herr­ro­thwan­dert­wieder) – 2016

 

* Besuchen Sie auch Teil 1 (Carnevale di Venezia 1)

 

(HerrRothBesucht - Sonstiges)

 

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                                                     Impressum 

Carnevale di Venezia (1)

Wer ist die holde Schöne hinter der erstarrten Maske,
die in Venedig durch die Gassen wandelt?”

Der vene­zia­ni­sche Karneval hat ja eine lange Tradition bis zurück in die Zeit der Serenissima – in dieser Zeit wurde auf eine Art gefeiert, die den Carnevale di Venezia von heute weit in den Schatten stellt.
Darstellungen mit exoti­schen Tieren, Zauberkünstler, Wettkämpfe, Feuerwerke, mensch­liche Pyramiden, Theater-​Aufführungen, das Schlachten von Tieren, Marionetten-​Theater, Astrologen … die Vielfalt kannte keine Grenzen.
Dies sollte dem Volk zeigen, wie gut es ihnen noch geht und sollte sie (genau wie heute) bei guter Laune halten.
Wenn man in die Geschichte zurück­schaut, gab es schon immer ein dauer­haftes Auf und Ab,
es kam und kommt natür­lich auch auf die Geldgeber und die poli­ti­sche Situation an.
Wirtschaftlicher Niedergang und fehlende Gelder, ließen die Begeisterung und die Bombastizität des Karnevals sinken.

Die Behauptung, Napoleon habe 1797 den Karnevale in Venedig verboten, sollte man nicht so ernst nehmen, dreckige Politik wurde schon immer gemacht…

Als nämlich Richard Wagner Mitte des 19. Jahrhunderts sechsmal in Venedig weilte, erwähnt er in verschie­denen umfang­rei­chen Briefen an seine erste Frau und an seine geliebte Muse in der Schweiz (Mathilde Wesendonk) mehr­fach den Trubel des Karnevals, oftmals aber eher negativ, weil er ja zum Schaffen seiner Werke eher die Ruhe suchte…

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…lautlos

Venedig ist ja die laut­lo­seste Stadt der Welt, aber eben nicht zum Karneval.
Wie dem auch sei, es gibt immer ein Auf und Ab, was ja auch von den Menschen selbst abhängt.
In der heutigen Zeit hat der Karneval aller­dings nicht mehr viel mit dem histo­ri­schen Karneval im früheren Venedig zu tun.

Weil Venedig (und ganz Italien) in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts immer mehr in den Blickwinkel des Massen-​Tourismus kam, kann man ja schon erahnen, dass der Carnevale di Venezia  in der heutigen Zeit ein reines Massen-​Spektakel geworden ist.

Die sehr fanta­sie­reich gestal­teten Kostüme, und vor allem die Masken, wurden zu einem einträg­li­chen Geschäft, da sie nicht nur in Venedig en masse verkauft werden, sondern auch in die ganze Welt gelie­fert werden.

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Maskenzauber – Zaubermasken

Offiziell wird heute der Karneval 10 Tage vor Aschermittwoch in Venedig ange­gangen und mit dem soge­nannten “Engelsflug” eröffnet – hier wird eine junge Frau mit Engelsflügeln als Ritual vom über 90 Meter hohen Campanile herun­ter­ge­lassen.

Wenn man einen Besuch des Carnevale di Venezia angeht, sollte man sich über bestimmte Punkte vorher im Klaren sein.

Neben der “Goldenen Regeln” ist ja in diesen zwei­ein­halb Wochen Venedig ganz in der Hand des Karnevals.
Die Preise für Unterkünfte sind demnach wesent­lich höher, als außer­halb der Karnevals-​Zeit, genau wie die Preise für alles andere höher sind, als sonst.

Dass Venedig in dieser Zeit voll­kommen über­laufen ist, kann sich jeder denken.
Die Hauptflut der Menschenmassen kommt nicht nur bei den Eröffnungstagen (“Engelsflug”), sondern auch beim Abschluss-​Wochenende, wenn noch einmal die Scharen von Menschen über die Alpen strömen, um den Abschluss des Karnevals zu erleben.

Wer plant, mit der Kamera im Anschlag, an diesen Tagen gute Fotos zu schießen, muss bestimmte Dinge vorher über­legen.

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Blue fantasy

Wenn man bedenkt, dass der Fantasienreichtum der Masken gren­zenlos ist, muss man sich bei einem zwei­wö­chigen Aufenthalt darauf einstellen, dass man nicht unter 1.000 Fotos nach Hause geht.
Auch wenn bei meinem dies­jäh­rigen Aufenthalt 2016 das Wetter an den meisten Tagen nicht gut war, habe ich an den 4 Tagen die 400-​Foto-​Grenze über­schritten.
Bei meinem ersten Aufenthalt im Jahre 2010 bin ich mit 600 Fotos von dannen gezogen.

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…wer macht die besten Fotos im Land

Das Rahmenprogramm ist im Gegensatz zum histo­ri­schen Karneval, in der heutigen Zeit ja noch recht spär­lich, trotzdem wachte ich 2010 jeden Morgen in meinem Bett im Hotel auf und hatte lauter Konfetti um mich herum liegen.

Die Veranstaltungen bestehen haupt­säch­lich aus musi­ka­li­schen Darbietungen oder Akrobaten, Seiltänzer, Feuerspucker und Feuerwerke.
Da ich bei beiden Aufenthalten nur 4–5 Tage da war, werden sicher noch einige Veranstaltungen dazu gekommen sein.

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Trio massque

Doch nun zum Hauptsächlichen…

Die Masken, bzw. deren lebender “Inhalt”, kommen ja nicht aus Venedig, sondern haupt­säch­lich aus Frankreich, England und auch aus Deutschland.
Was man an Leben sieht, sind ja nur die Augen.
Es kann also durchaus sein, dass morgens ganz jemand anderes in derselben Maske steckt, wie nach­mit­tags.

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Zauberkugel

Da es ja noch andere Karneval-​Veranstaltungen gibt, sieht man auf Fotos auch Masken, die man schon einmal in Venedig gesehen hat.

Es sind oftmals wirk­liche Liebhaber des Ganzen, denn man muss sich einmal verge­gen­wär­tigen, dass die Kostümierung bei vielen fanta­sie­rei­chen Masken, sicher die 5.000€-Grenze über­schreitet.

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Kostbarkeiten

Dadurch wird man bei schlechtem Wetter auch kaum Masken antreffen, höchs­tens den “Inhalt” der Maske, aller­dings ohne Maske, weil die Kostüme zu wert­voll sind, im Regen beschmutzt zu werden.

Außerdem hat jede Maske einen Namen und man kann auch um eine Visitenkarte bitten oder freund­lich fragen.

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Visitenkarten


Der Ablauf ist ja tagtäg­lich fast derselbe.

Die in den normalen Hotels wohnenden Masken (bzw. deren “Inhalt”), verteilen sich vormit­tags langsam über die ganze “Stadt”.
Wenn man also Glück hat und sich ein biss­chen Mühe gibt, kann es durchaus sein, dass man eine Maske an einem ruhigen Ort oder auf einem kleinen Platz (Campiello) alleine trifft.

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Bertilla – alleine erwischt…

Denn das Hauptproblem für alle Fotografen ist natür­lich der über­hand genom­mene Tourismus.
Viele Besucher versu­chen sich mit einer Maske foto­gra­fieren zu lassen.
Man kommt also oftmals gar nicht an die Maske heran, um diese ohne Menschenmassen foto­gra­fieren zu können.

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Ein Schmunzeln auf den Lippen


Jetzt gibt es wie immer gewisse Tricks.…

… und die erfährt man in  Teil 2.

 

(HerrRothBesuchtSonstiges)


Weitere Fotos vom Carnevale di Venezia 2016.


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Impressum

Stendhal “Rot und Schwarz”

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                  “Ein wenig Leidenschaft beflü­gelt den Geist,
                                        zu viel löscht ihn aus”
                                                                (Zitat Stendhal)


Rot und Schwarz” (“Le Rouge et le
Noir”)
 (Anaconda Verlag GmbH Köln 2013, 606 Seiten, ISBN 978–3-7306–0046-7)


Einleitung:

Wer schon einige Berichte auf meinem Blog gelesen hat, der wird merken, dass gewisse Namen von Schöpfern, Schriftstellern und Künstlern immer wieder auftau­chen.
Und einer dieser Namen ist der fran­zö­si­sche Schriftsteller STENDHAL.  

Stendhal alias Marie-​Henri Beyle (1783–1842) war und ist ja nicht nur ein Schriftsteller (Literarischer Realismus) mit sehr viel Fantasie, sondern er hatte auch ein abwechs­lungs­rei­ches Leben, wobei gewisse Worte eine große Rolle spielten :
Karriere, Liebe-​Leidenschaft, Weltoffenheit, fran­zö­si­scher Flair und seine Liebe zur italie­ni­schen Kultur.

Er war zudem Journalist, Kritiker und Essayist und ein Anhänger Napoleons und des weiteren ein begeis­terter Italien-​Reisender.
Er verfasste Biographien, Reiseberichten und kunst­his­to­ri­sche Werke und war ein Verehrer Rossinis.
Diesem widmete er eine Biographie (sh. unten), genau wie er ein Italienbuch verfasste, indem er aller­dings auch über Reisen in bestimmte Teile Italiens berichtet, wo er gar nicht war…
Dazu gehört schon einige Fantasie.
Die beiden bedeu­tendsten Romane von Stendhal sind “Die Kartause von Parma”  und “Rot und Schwarz”.
Der Umfang zwischen 600 und 1.000 Seiten zeigt schon, dass es sich nicht nur um einfache Liebes- oder Abenteuer-​Romane handelt, sondern um große Werke der Literatur.

Im Folgenden sei kurz der Jahrhundert-​Roman “Rot und Schwarz” bespro­chen, den ich in nur 2 Wochen in einem Strich gelesen habe.


Zunächst einmal eine Kurzpräsentation des Autors aus dem Klappentext des Buches entnommen.

Stendhal (alias Marie-​Henri Beyle) kam 1783 in Grenoble zur Welt.
Kaum voll­jährig, verließ er seine Heimat und ging nach Paris.
Statt dort wie geplant zu studieren, trat er 1800 in die napo­leo­ni­sche Armee ein.
Er nahm am Italienfeldzug teil, wo er insbe­son­dere in Mailand seinen Hang zur italie­ni­schen Kunst und Kultur entdeckte.
Stendhal machte Karriere ; er wurde hoher Beamter im besetzten Westphalen und nach dem Russlandfeldzug 1812 wurde ihm die Verwaltung der kaiser­li­chen Besitztümer über­tragen.
Mit Napoleons Abdankung 1814 verlor Stendhal seine Stellung, worauf er für mehrere Jahre nach Mailand über­sie­delte.
Zu jener Zeit legte er bereits Biografien, kunst­his­to­ri­sche Werke und Reiseberichte vor.
Als er in Italien der Verschwörung verdäch­tigt wurde, musste er nach Paris zurück­kehren, wo er sich seinen Lebensunterhalt als Journalist verdiente.
Armance” war sein erster Roman und wurde 1827 veröf­fent­licht.
Drei Jahre darauf, nahm er schließ­lich einen Posten als Konsul in einer kleinen Hafenstadt an.
Im selben Jahr erschien sein berühmtes Werk “Rot und Schwarz”.
Seine Zeitgenossen hatten noch nicht begriffen, wie gesell­schafts­kri­tisch und tref­fend Stendhal sein Jahrhundert in diesem Roman porträ­tiert.

Er zählt heute zur Weltliteratur.
Stendhal starb am 23. März 1842 in Paris.

(entnommen der Ausgabe des Anaconda Verlages 2013)


Rezension :

Rot und Schwarz” ist eines der ganz großen Bücher des 19. Jahrhunderts.
Es ist zwar in die nach-​revolutionäre Gesellschaft Frankreichs veran­kert, passt aber sehr gut in die heutige Zeit und hat uns viel zu sagen…
Gute Bücher sind halt die, die man immer wieder lesen kann und die zeitlos sind, also nicht nur in der Epoche, in dem sein Autor lebte, aktuell sind, sondern immer …
Stendhal veröf­fent­lichte “Rot und Schwarz” 1830.
Der Roman basiert auf tatsäch­liche Ereignisse.

Sein Autor kämpft als solches ein Leben lang gegen die Engstirnigkeit der bürger­li­chen Welt.
Man erkennt also in der Handlung und vor allen Dingen im Protagonisten Julien Sorel den Autor wieder und man sieht die Menschenkenntnis Stendhals, der über ein immenses psycho­lo­gi­sches Wissen verfügte.

Julien Sorel, Zimmermannssohn und aus einfa­chen Verhältnissen stam­mend, hat ein ausge­prägtes Gedächtnis und beherrscht Latein.
Er ist klug, er bewun­dert Napoleon über alles und will ganz nach oben.
Er stammt mittellos aus einem kleinen fran­zö­si­schen Dorf und will diesem Rahmen entfliehen.
Er liest Berge von Büchern über Napoleon und dessen Heldentaten und Tagträume.
Julien schafft aller­dings sein Erhofftes nicht, weil er nicht zum Adel (Rot) zu zählen ist, er versucht den erhofften Aufstieg über den Klerus (Schwarz) und wird von einem älteren Pfarrer im Lateinischen fit gemacht.
Er setzt seine ganze Persönlichkeit skru­pellos ein, über seine geis­tige und seeli­sche Kraft beruf­lich, und auch sonst aufzu­steigen.
Dazu bedient er sich der ihm zuge­tanen weib­li­chen Seelen.
So kann er anfäng­lich und auch später willige Opfer finden.
Bigotterie und Intrigen der dama­ligen Zeit macht er sich zunutze, um einen Aufstieg zu schaffen.
Die geheime Liebe zur Frau des Bürgermeisters Madame de Rênal bringt nicht nur das Glück, sondern findet auch ein rasches und gleichsam tragi­sches Ende.
Nach Aufdeckung der heim­li­chen Liebschaft, muss Julien fliehen. Er begibt sich ins Seminar für weitere Studien und konzen­triert sich weiter auf seine “Karriere”.
Er kommt wiederum durch gute Beziehungen als Sekretär nach Paris.
Der Tochter des Marquis de la Mole soll er zuar­beiten – wieder ist er hin- und herge­rissen in einer Beziehung zu Mathilde de la Mole, die ihn in emotio­nale Irrungen und Wirrungen wirft.
Durch eine Schwangerschaft fliegt die Beziehung auf, sodass Mathilde de la Mole ihren Vater verlässt.
Unglücklicherweise taucht Madame de Rênal  wieder im Geschehen auf und wirft ein schlechtes Licht auf Julien, woraufhin er in blinder Wut an ihr einen Mordversuch verübt, der aller­dings schei­tert.
Madame de Rênal erholt sich von den Verletzungen und söhnt sich mit Julien im Gefängnis aus, wo er zu erkennen glaubt, dass sie die einzige ist, die seine Liebe erwi­dert hat und verachtet Mathilde, die starken Hass und Eifersucht gegen Madame de Rênal empfindet.
Julien will jedoch lieber sterben, als mit der Schmach dessen, was er getan hat, leben zu müssen.
Er lenkt vor Gericht alles so, dass er zum Tode verur­teilt wird.

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Buchgestaltung : www.katjaholst.de (Anaconda-​Verlag)


Stendhal beschreibt in diesem Roman wiederum ausführ­lich das Hin und Her der Verliebtheit und dieses zu einer Zeit, als es noch wesent­lich gefähr­li­cher war, sich dazu zu bekennen, als heute.

Unbeschreiblich einfühlsam und ganz genau beob­ach­tend, geht Stendhals Schreibstil hier ab.
Der Autor versucht die Leistungen und Wege der mensch­li­chen Seele zu ergründen, und vor allem dies auch noch in die rich­tigen Worte zu kleiden.
Stendhals Stil kommt aus dem Herzen und geht hinein in die seeli­schen Verfassungen von Mann und Frau. So wird dieser Roman auch heute noch zu einem Bildungsroman.

Menschen lassen sich immer wieder in eine vorge­ge­bene Richtung drängen und werden so verun­si­chert, was zeigt, wie weit man auch heute noch vom Erziehungsziel des mensch­li­chen Miteinander durch Profitgier entfernt ist, was in diesem Roman von Stendhal hart ange­gangen wird.

Es werden vom Autor Gegensätze aufge­zeigt (Rot-​Schwarz), aber keine voll­kom­menen Gegensätze, sonst würde der Roman ja “Schwarz-​Weiß” heißen.
Das Werk spie­gelt, vorbild­haft und hervor­ra­genden geschrieben, die Epoche seiner Zeit wider und bleibt trotzdem anwendbar auch auf Danachkommendes.
Der Untertitel “Chronique de 1830″ (Eine Chronik des 19. Jahrh.) steht für sich.
“Rot und Schwarz” ist einer der großen Romane der Weltliteratur und lohnt sich auch zweimal gelesen zu werden.

 

Anhang Carnevale di Venezia 2016 :

…war es nun ein Wink des Schicksals, eher Zufall oder eine innere Eingebung, als ich beim dies­jäh­rigen Carnevale di Venezia Anfang Februar auf eine geschmack­voll und unkit­schig gestal­tete Maske traf, die ganz in den Farben Rot und Schwarz gehalten worden war.

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Carnevale di Venezia – Fondamenta Salute 2016

Nachdem ich um eine Visitenkarte gebeten hatte und diese auch bekam, war ich doch sehr erstaunt, als ich den Namen der Maske las … STENDHAL.
Stendhal und dann in Rot und Schwarz (?).

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Visitenkarte

Zufall oder tiefer­lie­gende Gründe ?
Daheim schrieb ich der Inhaberin der Maske eine kurze Mail, da auf der Visitenkarte die Mail-​Adresse abge­druckt war, in der Hoffnung doch etwas über die Herkunft des Namens und etwaige Verbindungen zum fran­zö­si­schen Schriftsteller Stendhal zu erfahren.
Ich war aller­dings ein wenig enttäuscht, als nur ein paar Worte auf Französisch (?) kamen, die mir entfallen sind…
Über Facebook zeigte sich aller­dings einige Zeit später, dass das “Innenleben” der Maske eine Dame aus einer fran­zö­si­schen Gemeinde östlich von Lyon ist.
Und diese Gemeinde ist ca. 80 km ober­halb von Grenoble, und dort ist Stendhal ja 1783 zur Welt gekommen (!).
Ist ja nun schon ganz inter­es­sant, was man darüber alles raus­kriegen kann, denn vor Ort (Venedig) sind ja von einem lebenden Menschen nur die zwei Augen bei den Masken zu erkennen.
Allerdings hat mich dies nicht weiter­ge­bracht, ob der Maskenname und der Roman Stendhals einen gewissen Zusammenhang haben.

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Stendhals Rot und Schwarz (?)

Es gibt schon Zufälle, vor allem, weil ich den Roman “Rot und Schwarz” schon bestellt hatte, und kurz darauf auch mit Begeisterung las.
Wenn meine Vermutungen stimmen, so zeigt dies aber auch, wie publik der Schriftsteller so lange Zeit nach seinem Tode heute noch ist.

 

Literatur-​Tipps Stendhal :

* “Die Kartause von Parma
(Carl Hanser Verlag München, 2007, 998 Seiten, ISBN 978–3-446–20935-0)

* “Rossinis Leben und Treiben” (Dtsch. Rossini-​Gesellschaft e.V. Band 5)
(Georg Olms Verlag AG, Hildesheim 2003, 535 Seiten, ISBN 3–487-11886–6)

* “Reise in Italien – Rom-​Neapel-​Florenz”
(Eugen Diederichs Verl. München 1996, 443 Seiten, ISBN 3–424-01321–8)

 

(Italienreisende – Sonstige)


Weitere Fotos vom Carnevale di Venezia 2016


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Avignon bei Nacht (Okt. 2014)

Sur le pont d’Avignon
 L’on y danse, l’on y danse

 Sur le pont d’Avignon
 L’on y danse tout en rang”
(Die Brücke von Avignon)

Ein jeder kennt das Gefühl, wenn man endlich an dem Ort ist, für den man schon lange gespart hat, lange Vorbereitungen getroffen hat, Terminabsprachen, Urlaubsplanstreitereien mit Kollegen…den Ort, den man bis dato nur aus der Literatur oder von Fotos kennt … dort, wo man schon so lange hin will…
…und dann ist man da !

Wenn ich im jewei­ligen Hotel ange­kommen bin, reiße ich mir im wahrsten Sinne des Wortes die Kleidung vom Körper, springe unter die Dusche (stoße mir meis­tens das Knie dabei), springe danach in die Jeans und renne mit noch nicht zuge­bun­denen Schuhen aus dem Hotel mit meiner Kameratasche um die Schultern.
Draußen binde ich mir meis­tens den rechten Schuh zu, denn dieser geht immer eher auf, als der linke, und stürze mit der Kamera im Anschlag in den Strudel der Gassen, zum Objekt der Begierde, zum lang Ersehnten…

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Das Pflaster von Avignon (Der Schatten des Schöpfers)

Diesen soge­nannten “ersten Eindruck” habe ich meis­tens (foto­gra­fisch) fest­ge­halten und der prägt sich ins emotio­nale Reisegedächtnis ein.
Und dabei habe ich komi­scher­weise auch die besten Fotos gemacht, weil man ja dann nicht nach etwas sucht und sich lange Gedanken macht, sondern einfach seinen Gefühlen freien Lauf lassen kann.

AVIGNON ist ja nicht nur eine geschichts­träch­tige Stadt mit unge­heuren Kunstschätzen, sondern auch eine Stadt mit einem bilder­buch­mä­ßigen Aufbau.

Den ersten Eindruck, den ich nach dem Verlassen des Bahnhofes an dem sonnigen Oktobertag im Jahre 2014 von Avignon hatte, war beein­dru­ckend.

Wenn man den Bahnhof (und Busbahnhof) verlässt, merkt man sofort, dass Avignon eine alte Stadtmauer hat, die noch voll erhalten ist, denn der Eingang zur Stadt geht zwischen zwei Wehrtürmen durch und führt schnur­ge­rade durch die mit Platanen gesäumte Rue de la République Richtung Hauptplatz, dem Place de l’Horloge, dem Herzen Avignons.

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Es war alles abge­sperrt an dem Oktobertag, wegen eines Marathonlaufes und ich musste mit meiner Tasche mit Rädern drunter den ersten Eindruck zu Fuß machen, was im Nachhinein gesehen auch gut so war.
Es schwitzten nicht nur die Läufer bei den warmen Temperaturen Anfang Oktober, sondern auch ich…

Von dem besagten Place de l’Horloge  aus, gehen die Gassen  wie Adern in Richtung Papst-​Palast (Palais des Papes).

Avignon ist von den Baudenkmälern, Kunstschätzen und der zusam­men­hän­genden Altstadt gut mit dem mittel­ita­lie­ni­schen Bologna vergleichbar.
Trotz allem wird die Stadt von einem beherrscht, früher und heute, und das ist der Papst-​Palast (Palais de Papes) am Place du Palais etwas erhöht, mit einem angren­zenden Garten (Rocher des Doms).

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Palais de Papes Avignon

Wie man in der Quinta oder Quarta auf dem Gymnasium in frühen Jahren gelernt hat, war zwischen 1335 und 1430 Avignon die Residenz der Päpste (“Die Päpste ziehen nach Avignon”) und von einer eher unbe­deu­tenden Provinzstadt in das Zentrum der Weltöffentlichkeit aufge­stiegen.
Der Palais des Papes thront ober­halb der Rhone mit dem Blick nach Villeneuve-​les-​Avignon mit dem Sommersitz der Päpste Fort Saint-​Andre.
Nach außen gleicht der Papst-​Palast eher einer Festung, nach innen einer Art Schloss.
Die Bau- und Umbau-​Aktivitäten machten ihn in dama­liger Zeit zur größten Baustelle des Jahrhunderts.
Soviel dazu, wenn man im Geschichtsunterricht im Gymnasium aufge­passt hat.

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Herrschaftssitz

Schon, wenn man davor­steht und nach oben schaut, ist man über­rascht, was aus Menschenhand alles entstehen kann, wenn diese sinn­voll einge­setzt werden.
Ob es nun so sinn­voll war, ist natür­lich die Frage, trotzdem ist ja dem Besucher von heute etwas geblieben und dies alleine zeigt, dass es in gewisser Weise sinn­voll gewesen sein muss.

Der leicht anstei­gende Place du Palais scheint dem festungs­ar­tigen Gebäude schon vor den Füßen zu liegen und ist neben dem Place de l´Horloge ein Hauptanziehungspunkt am Tag und in der Nacht.
Der Platz ist ja nicht nur höchst geschichts­trächtig, er lädt ja auch, vor allem in abend­li­cher Stunde, zum Bummeln und zum Ausruhen ein und bietet ein nächt­li­ches Panorama des volu­mi­nösen Baus, wie auf einem Postkarten-​Motiv.

Jetzt nahm ich mir einmal die Zeit, von diesem Motiv eine Bildfolge zu foto­gra­fieren, von der Dämmerung über die Blaue Stunde zum Nachtblauen und zur Nacht hin.

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Dämmerung – Blaue Stunde – Nachtblau – Nacht

Auch, wenn mit zuneh­mender Stunde, die Menschenmassen sich zurück­ziehen, bleibt doch ein gewisses Leben auf dem Platz und es bieten sich unzäh­lige Perspektiven des mäch­tigen Komplexes, den ich mir am Tag auch von innen ange­sehen hatte.

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Blick zum Hotel de Ville

Das hat aber den Nachteil, dass man zu dieser fort­ge­schrit­tenen Stunde kaum noch woan­ders in dieser Stadt hinkommt, weil das Panorama des Festungsbaus einen nicht loslässt.

Man kann von einem Platz des Rocher des Domes (angren­zender Park) ein weiteres Bauwerk sehen, was schon zum Wahrzeichen Avignon avan­ciert ist, nämlich die bekannte Brücke von Avignon (Pont Saint-​Bénézet).

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Die Brücke von Avignon

Jetzt geht es im Geschichtsunterricht auf dem Gymnasium weiter…

Diese mit dem Papstpalast verbun­dene Brücke ist heute ja eher eine Ruine, aber mit einer geschichts­träch­tigen Bedeutung, also eine bedeu­tende Ruine (kommt öfter vor!).
Denn im 12. Jahrhundert sollte eine Verbindung vom Papstpalast erst zur in der Rhone liegenden Insel  (Île de la Barthelasse) geschaffen werden, und dann weiter über den zweiten Rhone–Arm zum Wachturm Tour Philippe le Bel – quasi eine Verbindung zum Sommersitz der Päpste im heutigen Nobel-​Vorort Villeneuve.

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Durch Kriege und Hochwasser wurde immer mehr der einst voll­stän­digen Brücke zerstört und das, was stehen­ge­blieben ist, über­spannt etwa zwei drittel des unteren Flussarmes der Rhone.

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…nicht viel stehen­ge­blieben (außer mir)

Von den einst 22 Brücken-​Bögen stehen heute noch vier, die als solches zum touris­ti­schen Ziel geworden sind.

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3 Bögen auf dem Wasser, einer auf dem Land

Trotzdem ist sie neben der geschicht­li­chen Bedeutung, auch durch das Lied “Die Brücke von Avignon” (Sur le pont d’Avignon) erhalten geblieben.

Jetzt ist natür­lich eines ratsam, bevor man wieder von der Brücke unter die Dusche im Hotel kommt, nämlich noch einmal den Blick von den Gemäuern des Papst-​Palastes Richtung Rhone nach Villeneuve zu genießen, was ich dann auch zu später Stunde tat.

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Blick nach Villeneuve

Dieses Avignon bei Nacht bezog sich mal wieder nur auf einen Teil, aber einen bedeu­tenden Teil dieser ehrwür­digen Stadt … das andere kommt nächstes mal dran.

Hast Du auch schon einmal diese wunder­schöne Stadt in der Nacht erlebt (?), so lass uns dies im Kommentarfeld wissen.

Was lernen wir daraus :

                  “Wenn immer alles taghell, verlernt man die Nacht”

 

* Palais de Papes (http://www.palais-des-papes.com/fr)
* Pont d’Avignon (http://www.avignon-pont.com/fr)

 

(HerrRothInDerNacht) 


Die in diesem Beitrag verwen­deten Fotos wurden nicht am
Bildschirm nach­be­ar­beitet.

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Perugia bei Nacht (Aug. 2015)

                            “Weile auf der Meile ohne Eile”

Städte mit Hauptachsen haben ja einen Vorteil, man kann sich nicht verlaufen, oder wenn, kann man sich immer an der Hauptmeile orien­tieren.
Außerdem sind nächt­liche Wandlungen immer so, dass man sich letzt­end­lich wieder Richtung Hauptmeile wenden kann.

UMBRIEN ist ja eines der wenige Länder in Italien ohne Zugang zum Meer.
Fast alle Städte in Umbrien haben den Charakter, dass sie hoch auf dem Berg liegen, man also erst einmal einen gewissen Aufstieg leisten muss, bis man in den Genuss des Historischen Zentrums der jewei­ligen Stadt kommt.
Wenn man aus dem Bahnhof von Perugia kommt, glaubt man erst gar nicht, dass man in Perugia ist, ist man ja auch (noch) nicht, dann kommt ja erst das Anstrengende.

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Auf zum Aufstieg

PERUGIA wird ja die stolze Hauptstadt Umbriens genannt.
Dies kann ich mir nur dahin­ge­hend erklären, dass man stolz sein kann, wenn man oben ist…

Der Corso Pietro Vannucci  ist die eigent­liche Hauptachse von Perugia.
Es ist schon verwun­der­lich, dass Perugia nicht der Handhabung anderer italie­ni­scher Städte nach­ge­gangen ist, ihren Haupt-​Corso nach dem Freiheitskämpfer Garibaldi oder Vittorio Emmanuele zu benennen, sondern den Namen des Malers Pietro Vannucci genannt Perugino beizu­be­halten – Perugino heißt soviel wie “aus Perugia stam­mend”.
Es ist in meinen Augen immer besser, die Straßen und Plätze eher nach Künstlern und Schöpfern zu benennen, als nach Politiker, denn die Werke großer Schöpfer sind unsterb­lich, während die “Werke” von Politikern schnell verflossen sind.

Diese ca. 1 Kilometer lange, mit Palazzos und Geschäften gesäumte Meile, hat eine Eigenschaft, die man nicht unbe­dingt als positiv hinstellen kann, bzw. es kommt immer darauf an, wie man es sieht.
Alle Gassen nach links und nach rechts gehen nämlich sturz­bach­artig in die Tiefe – und wenn man herunter, dann muss man auch wieder hinauf…
Eine Eigenschaft, was dem Bummeln in Seitengassen etwas den Spaß nimmt, das heißt auf Deutsch, dass man lieber oben bleibt, als dauernd herauf und herunter zu gehen.

Klingt verständ­lich… doch jetzt kommt der Zustand, in dem ich fast jede Stadt zu packen versuche…
…quasi die “Sleep-​In-​Syndrome” der Stadt erleben, und das ist, diese Stadt in der Nacht zu durch­wan­deln.

Hier sei von mir diesmal nicht Goethe, sondern ein anderer Italien-​Reisender zitiert, den nicht jeder kennt, der aller­dings Italien Ende der 50ger Jahre durch­streifte, nämlich H.V. Morton.

Der engli­sche Geschichtsforscher, Journalist und Reise-​Schriftsteller machte auch einen Stopp in Perugia und schil­dert seine ersten Eindrücke von der Stadt in dem ersten Band von “Wanderungen in Italien” (sh. unten):

Die ersten Eindrücke in einer Stadt sind oft die leben­digsten ; bestimmt werde ich den Ausflug in die Bezirke Perugias an meinem ersten Abend nicht vergessen.
Wenn man eine mittel­al­ter­liche Stadt recht genießen will, muss man nach Einbruch der Dunkelheit ziellos durch Perugia streifen. Massive Gebäude säumen bergauf und bergab enge Gassen und Wege, zyklo­pi­sche Bogengänge führen über lang­ge­streckte Stufen nach oben, und einmal geriet ich auf eine Terrasse, von der ich jenseits einer Schlucht Paläste und Kirchen sich mit roten Dächern über­ein­ander den Berghang hinauf­ziehen sah…” (“Wanderungen in Italien”, S. 561).

Hierbei sind zwei Dinge heraus­zu­heben, mit denen ich mit Morton voll über­ein­stimme, bzw. die von mir sein könnten – erstens, dass der erste Eindruck von einer Stadt immer der ist, der am leben­digsten ist und hängen­bleibt, und die Tatsache, dass das Genießen einer Stadt am besten nach Einbruch der Dunkelheit möglich ist.
Des weiteren schreibt Morton von einem ziel­losen Durchstreifen der Stadt und lobt die engen Gassen bergauf bergab, was zeigt, dass man auch Gefallen an den “stür­zenden” Seitengassen in der Dunkelheit haben kann.
Trotzdem ist natür­lich der Start und das Zurückkehren immer wieder der Corso…
Wie dem auch sei, bringt Morton viel Positives über Perugia zu Papier, während Goethe es nur mit wenigen Worten erwähnt.

Bei meiner lang ausge­dehnten Vorarbeit zu dieser Reise, stieß meinem foto­gra­fi­schen Blick immer wieder ein Motiv ins Auge, ob am Tag oder in der Nacht…

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Palazzo dei Priori – Piazza IV Novembre

Wenn man also das Thema Perugia bei Nacht angeht, kommt man mit oder ohne Morton um die Hauptachse Corso Pietro Vannucci  einfach nicht herum. 
Die meisten Fotos, vor allen Dingen in der Dunkelheit, stellen auch den Endpunkt dieser Hauptachse, den Piazza IV Novembre mit seinen anlie­genden geschichts­träch­tigen Gebäuden und Palästen dar.
Die Kathedrale (Cattedrale di San Lorenzo), den Brunnen, der Collegio Del Cambio, der Palazzo dei Priori und weitere palas­t­ar­tige Bauten, die charak­te­ris­ti­sche Züge von Städten wie Florenz , Siena, Bologna und Ferrara haben, säumen diesen Platz, was natür­lich das Bild nach der Dämmerung prägt.

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Fontana Maggiore – Piazza IV Novembre

Eine Auffälligkeit, die ich auch an der Basilica di San Petronio in Bologna bemerkte, ist die, dass die Cattedrale di San Lorenzo hier in Perugia auch nur bis zu einem gewissen Punkt mit Marmor verkleidet ist, und dann nicht mehr…

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Marmor nur bis zu einem Punkt…und dann Schluss.

Man sieht, dass nicht nur in der heutigen Zeit, schnell die Zügel strammer gezogen wurden, wenn es ums Geldausgeben geht.
Die Mittel für die volle Verkleidung des Gebäudes waren aufge­braucht, und der Nachwelt wird nur ein halb verklei­detes Objekt über­lassen, was man bei den Sparzwängen von heute bestimmt nicht mehr weiter verzieren kann.

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Papst Julius III.

Da hilft auch nicht die zum Gruß erho­bene Hand von Papst Julius III, der auf einem marmornen Sockel in segnender Gebärde sitzt – er sitzt zwar auf Marmor, doch der Kirche blieb der Marmor vorent­halten.

Hier möchte ich noch einmal eine andere Italien-​Reisende zitieren, nämlich Fanny Lewald, die als Frau (!) 1845/​46 durch Italien getourt ist und in ihrem Buch (“Italienisches Bilderbuch”, sh. unten) darüber berichtet :

Auf dem sehr schönen Hauptplatze befindet sich vor der präch­tigen Kathedrale und dem großen Stadthause ein Springbrunnen von schönster Form, der reich­lich Wasser spendet. Daneben ist eine Erzstatue des Papstes Julius des Dritten von Danti, welche sehr berühmt ist, mir jedoch nicht gefallen hat. Sie ist sitzend darge­stellt ; der antike Sessel ist aber sehr schmal, und der Papst sieht dadurch unfrei in seiner Bewegung aus, wie jemand, der schlecht sitzt und lieber aufstände…” (“Italienisches Bilderbuch”, Seite 130).

Dem Papst scheint das Sitzen (und das seit langen Jahrzehnten) doch nicht so gut zu gefallen.
Allerdings laden die weiten Stufen dieses Gotteshauses am Tag und in der Nacht zum Platznehmen ein, was die Tatsache erklärt, dass die meisten Fotos des Platzes von hier entstanden sind.
Aber jahr­zehn­te­lang möchte ich hier auch nicht sitzen.

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Plätschern in der Nacht…

Wie in vielen anderen Städten Italiens wird dieser Hauptplatz von einem Brunnen (Fontana Maggiore) geziert.
Das bringt vor allen Dingen des Nachts noch etwas mehr an Emotionen, da das Plätschern des Wassers alles unter­malt, vor allem, wenn so oder so mehr Ruhe hier herrscht, als am Tag.

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…und am Tag

Wenn man sich nun dem Piazza IV Novembre in den nach Süden schmaler werdenden Corso Pietro Vannucci in abend­li­cher Stunde bewegt, fallen einem eine große Anzahl von beleuch­teten Schaufenstern von Boutiquen,  Souvenirläden, Schmuckläden, Nobel-​Bekleidungsgeschäften, Parfümerien etc. auf.
Es zeigt sich, dass auch in dieser leicht abge­le­genen mittel­al­ter­li­chen Stadt der Wohlstand Einzug gehalten hat.
Sogar die edlen Paläste, die an dieser einst mit Kopfsteinpflaster belegten Straße gesäumt stehen, haben Boutiquen von nobler Kleidung in ihren Schaufenstern im Erdgeschoss plat­ziert.
Das heißt, dass edle, mit Wappen geschmückten Bauten, nicht das Einzige sind, was die abend­liche Stimmung prägt, sondern auch der Reiz, sich in dunkler Stunde die schönen zum Kauf einla­denden Schaufenster anzu­sehen, was auch die meisten, der hier noch bummelnden Menschen machen.

Nun ist es ja kein großer Kraftakt, diesen Corso von Norden nach Süden zu durch­schreiten, weil er ja kaum mehr als einen Kilometer lang ist.
Um so mehr man nach Süden auf diesem kurzen Parcours kommt, um so mehr erwei­tert sich das Ganze und die Geschäfte lassen an Anzahl nach.

Im unteren Teil gen Süden zeigt sich recht­erhand das kleine Teatro Pavone, einzelne noblere Hotels, linker­hand der park­ähn­liche Piazza Italia und an seinem Ende der geniale Ausblick vom Giardini Carducci Richtung Süden.

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Teatro Pavone Perugia

Das Ende bzw. der Anfang der Corsos wird geprägt durch ein Luxushotel auf der einen Seite, die in ihrer Werbung mit dem genialen Ausblick protzen, und dem kleinen Park (Giardini Carducci) auf der anderen Seite, und dessen plät­schernden Springbrunnen, der den Nachtspaziergang abrundet.

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Giardini Carducci Perugia

Von diesem Anfangspunkt der “Hauptmeile” bietet sich einem ein genialer Blick weit nach Süden ins umbri­sche Land.
Auf einem Hinweisschild erkennt man die Punkte, die man von hier aus sehen kann…
Des Nacht ist es aller­dings kaum möglich, die weit entfernt liegenden kleinen Orte wie Foligno, Spello und Trevi zu erbli­cken und wenn, dann nur als kleine Lichtpunkte.

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Blick ins umbri­sche Land

Deshalb zog es mich auch schnell wieder in die Gegenrichtung zum Piazza IV Novembre, doch konnte ich mir, genau wie den noch Bummelnden, nicht nehmen lassen, doch immer wieder einen Blick in die hell erleuch­teten Schaufenster zu werfen, obwohl ja nun deren Herberge, die mittel­al­ter­li­chen Palazzos, eher eine Augenweide sind.

Hast Du auch schon einmal das nächt­liche Perugia erlebt (?), so lass uns dies im Kommentarfeld wissen…


Literatur
:

* H.V.Morton (“Wanderungen In Italien” – 1. Buch Nord-​Italien, Scheffler Verlag Frankfurt a.M., 1964, 622 Seiten)
                        
* Fanny Lewald (“Italienisches Bilderbuch” – Rütten & Loening-​Verlag Berlin 1983, 486 Seiten) 

 

(HerrRothInDerNacht)


Die in diesem Beitrag verwen­deten Fotos wurden
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Sevilla bei Nacht (Dez. 2014)

      “Wer Sevilla nie gesehen, hat noch kein Wunder gesehen”

So lautet ein altes Sprichwort…
Und da ich ja für Wunder immer offen bin, zog es mich über die Weihnachtstage 2014 zum Wunder hin, nämlich nach Sevilla, in deren Altstadt Santa Cruz.

SEVILLA ist ja nicht nur die Stadt des Stierkampfs und des Flamencos, sondern auch die Stadt der Keramik-​Kunst, der Orangen und vor allem der Opern. Denn hier spielen drei bedeu­tende Opern :
Carmen, Fidelio, Der Barbier von Sevilla.

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Stadt der Opern

Tagsüber stiegen die Temperaturen auf über 19° Grad, während es um die Weihnachtszeit nachts recht frisch werden konnte.
Das Hotel in Santa Cruz hatte eine Dachterrasse, die auch im Winter geöffnet war und die einen hervor­ra­genden Blick auf die Kathedrale (Catedral de Sevilla) mit dem mina­ret­ten­för­migen Turm (La Giralda) bot, der schon an die Minaretten von Moscheen im nicht ganz so weit entfernten Marokko erin­nert.

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Catedral de Sevilla

Der Giralda ist das ehema­lige Minarett der Hauptmoschee von Sevilla, das bedeu­tendste Wahrzeichen der Stadt – durch die rege Bautätigkeit der Almohaden  im Jahre 1147 errichtet.
Wie immer wieder in der Geschichte zu sehen ist, führen bei über­schüs­sigen Kräften, die Völker entweder brutale Angriffskriege, oder erschaffen große Baudenkmäler, wobei das letz­tere als sinn­voller anzu­sehen ist, weil dann der Nachwelt etwas erhalten bleibt, während bei dem ersten nichts erhalten bleibt.

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Bauen für die Nachwelt

Bei meinem Drang zum nächt­li­chen Panorama, ist somit die Kathedrale als erstes zu empfehlen, auch wenn bei meinem Besuch alles ziem­lich über­laufen war durch den weih­nacht­li­chen Markt und die Feierlichkeiten zum Weihnachtsfest.

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La Giralda Sevilla

Hierbei sind die Möglichkeiten der Aufnahmen von der Kathedrale unend­lich (was ich aller­dings viel zu wenig in Anspruch genommen habe), vergleichbar mit dem Dom von Florenz.

Nun hat Sevilla eine Kunst-​Branche inne, die so perfekt nur noch in Marokko  (Zellig) zu finden ist, und zwar die Keramikkunst.
Die gesamte Stadt Sevilla ist über­flutet mit fanta­sie­rei­chen Mosaikwerken – ob nun Gedenktafel, Straßenschilder, Treppen, Säulen, Geschäftsnamen und vielem mehr. 
In keiner Stadt habe ich so viele Mosaikmotive foto­gra­fiert…

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Außerdem findet man hierbei Mosaike mit Motiven von Bauwerken der Stadt.

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Und somit geht es zu einem weiteren Punkt der Stadt mit einem guten nächt­li­ches Panorama, und das ist der soge­nannte Gold-​Turm (Torre del Oro), einem mili­tä­ri­schen Turm aus frühen Jahren, der mit dieser Kachelkunst kranz­förmig umkleidet war und in der Sonne wie Gold glänzte.
Dies ist natür­lich schon lange her und von dem Kachelkranz ist heute nichts mehr übrig geblieben, der Turm steht aller­dings noch in voller Pracht.

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Torre del Oro Sevilla

Und dieser Turm liegt nicht etwa in der Altstadt, sondern an einem durch die Stadt gelegten Kanal (Meandro de San Jerónimo), der im Norden der Stadt wie eine Sackgasse endet und die beiden Stadtteile Triana und Santa Cruz teilt.

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Glanz auch ohne Gold

Und da es mich des Nachts neben den Gassen der jewei­ligen Stadt auch zum Wasser hinzieht, bietet Sevilla auch einiges an Brücken über den besagten Kanal, um genau zu sein 8 Stück, und für so eine relativ kurze Strecke ist das schon eine ganze Menge.

Zur Expo 1992 bekam der spani­sche Architekt Santiago Calatrava den Auftrag die Halbinsel Cartuja anläss­lich der Weltausstellung, die auf dieser Halbinsel zum größten Teil statt­fand, über den Kanal durch eine Brücke zu erschließen, und zwar nicht eine normale Brücke, sondern eine Brücke, wie es keine zweite auf der Welt gibt.
Es sollte eine Schrägseilbrücke  werden, wie die Welt sie noch nicht gesehen hat.
Diese Brücke bekam nach fünf Jahren Bauzeit den Namen Alamillobrücke.

Das Besondere daran ist nicht, dass es eine Schrägseilbrücke ist, die gibt es genug … auch nicht, dass es eine Schrägseilbrücke mit nur einem Pylon (Stützpfeiler) ist – sondern, dass dieser 142 Meter hohe Pylon nach Osten hin geneigt ist (um 58°) und vor allen Dingen keine weitere Abstützung zur Neigungsseite hat.

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Das hat die Welt noch nicht gesehen…

Es ist die einzige Brücke der Welt, deren Pylon über keine Rückverankerung verfügt (!)
Laut Recherche soll dieser schräg stehende weiße Pylon sich sogar bei starker Gewichtsbelastung der Brücke leicht aufrichten, um die Fahrbahn im Gleichgewicht zu halten.
Da wird man vor Staunen stumm…

Das ist als solches gesehen schon keine Brücke mehr, sondern schon ein Kunstwerk, was von Weitem wie eine auf dem Rücken liegende Harfe aussieht und von dem Pylon glaubt man, dass er jeder­zeit umkippt.

Wenn ich schon an der Vansu tilts in RIGA aus dem Staunen nicht herauskam, so blieb ich hier doch sehr erstaunt darüber, was alles möglich ist, wie ange­wur­zelt stehen.
Ich sah am Tag von Weitem das Panorama dieses Wunderwerkes und machte mich des Nachts dorthin auf, um es aus der Nähe zu betrachten.
Bei äußerst frischen Temperaturen zu dieser Weihnachtszeit 2014 im südli­chen Sevilla lohnte sich der zwei­ein­halb­stün­dige Weg am Kanal Richtung Norden und man steht über­wäl­tigt vor diesem Bauwerk, was den Rahmen eines Nutzbaus weit über­schreitet.
Da fiel mir wieder der Spruch mit dem “Wunder” ein.
Da steht man verstummt vor einem Werk aus der Hand des Menschen, von dem man glaubt, dass er nur von Göttern geschaffen worden sein kann.

Der Rückweg Richtung Santa Cruz zur Altstadt ließ noch zwei andere Werke vor meinen Augen erscheinen, die aller­dings an Außergewöhnlichkeit an die Alamillobrücke nicht heran­kommen…

…nämlich die Puente de la barqueta

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.…und die Puente de Isabel II.

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Bei so viel bestau­nens­werter Architektur, schlich ich dann in den frühen Morgenstunden durch­froren durch Santa Cruz Richtung Hotel, wo es auch schon fast ein Wunder war, dieses in den engen Gassen wieder zu finden.

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Nicht ganz einfach zu finden…

Was lernen wir daraus :

               “Wer in die Ferne reist, lernt neu zu sehen”

 

Weiterführende Informationen zum Thema Brücken-​Konstruktionen
unter : http://www.bernd-nebel.de./bruecken/index.html


(HerrRothInDerNacht)

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Bologna bei Nacht (Aug. 2011)

                   Am Tage rot und in der Nacht gold 

Bei der Lösung von Wohnraumproblemen  ging es ja um drei exem­pla­ri­sche Beispiele, nämlich die Städte NEAPEL, VENEDIG und BOLOGNA.

In jeder dieser Städte gibt es ein abso­lutes Muss…
…man muss sie in der Nacht erlebt haben.

Dies bedeutet, die Atmosphäre der Stadt in nächt­li­cher Stunde zu erleben, wenn die Stadt nicht die ist, die sie am Tag ist – quasi das andere Gesicht der Stadt erkennen…

…und zwar in BOLOGNA.

Bologna ist ja unter anderem bekannt durch seine roten Fassaden (“La citta rossa”), die tags­über in der strah­lenden Sonne so stark reflek­tieren können, dass man oft geblendet ist und gar nicht hinschauen kann, obwohl sie sehens­wert sind.

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Ocker-​Gelb und Karotten-​Rot

Die zinnen­ge­krönten mittel­al­ter­li­chen Palazzos geben einen Hauch des ober­ita­lie­ni­schen Mittelalters wieder, den man in sich aufge­nommen hat, wenn man Bologna verlässt.

Bei Nacht-​Exkursen gibt es in dieser Stadt keine Schwierigkeiten der Orientierung, da sich alles am Piazza Maggiore, dem Herz von Bologna, ausrichtet.

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Palazzo dei Notai – Palazzo Communale (Piazza Maggiore)

Der L-​förmige Platz ist umgeben von geschichts­träch­tigen Gebäuden – dem Palazzo Communale, Palazzo d’Accursio, Palazzo dei Notai, der Basilica di San Petronio, dem Palazzo del Podestà, Palazzo Re Enzo, dem Palazzo dei Banchi und der Biblioteca Salaborsa.

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Palazzo del Podesta

Wenn man bedenkt, dass alle die aufge­zählten “Gebäude” um einen Platz stehen, so kann man erahnen, wie bei lauen nächt­li­chen Temperaturen hier sich “Futter” für die Kamera bietet.

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Palazzo Re Enzo

Nun gibt es aller­dings im “Herzen” noch ein “Herz”, also quasi ein Herz im Herzen, nämlich den Neptunbrunnen (Fontana del Nettuno).

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Fontana del Nettuno

Dieser ist, im Gegensatz zu dem Brunnen in Florenz und Perugia nicht einge­zäunt und ist von allen Seiten anzu­gehen.
Er bildet damit einen Treffpunkt für alle bei Tag und in der Nacht.

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Das Herz im Herz

Die nächt­liche Atmosphäre wird durch das plät­schernde Wasser (es gibt auch eine Trinkwasser-​Möglichkeit!) noch akus­tisch unter­malt.

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Der Schatten Neptuns

Auf alten Fotos kann man erkennen, dass früher hier eine Straßenbahn fuhr, die aller­dings vom Platz verscheucht worden ist.

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…aus alten Zeiten

Der Platz ist somit heute voll in der Hand der Menschen, ob es nun Touristen, Einheimische oder Studenten sind.

Der soge­nannte “Bauch von Bologna” sind die Altstadtgassen hinter dem Piazza Maggiore nach Westen hin.
Das Treiben des Handels und die nächt­liche Stimmung in den Gassen (Via Clavature, Via Drapperie, Via degli Orefici) ist nur schwer in Worte zu fassen, deshalb ist es ja auch besser, es in Bildern zu fassen…

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Im Bauch von Bologna

Im Jahre 2011, als die Temperaturen des Nachts nicht unter 30° Grad gingen, musste ich bis tief in die Nacht hinein warten, bis die Gassen im “Bauch” menschen­leer wurden, um gute Fotos zu machen…

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Via Clavature Bologna


…wie man sieht…

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Durchgang zum Piazza Maggiore


…und nochmal sieht…

bologna-18…oder nicht (?)

Ich hatte mir vorge­nommen, bei meinem dritten Besuch in Bologna einmal direkt im “Bauch” Quartier zu finden, einen Wunsch, den ich mir im Jahre 2016 erfüllen konnte.

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Blick in die Via Drapperie

Aber nicht nur die “Szenerie” im Herzen und im Bauch von Bologna bietet diese nächt­liche Stimmung.
Der Piazza Galvani hinter der Basilica di San Petronio, hat auf seiner Mitte das Denkmal von Luigi Galvani, dem Gelehrten und Professor der Medizin.

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Piazza Galvani

Desweiteren bieten auch die Hauptstraßen etwas in der Nacht, vor allem an den Wochenenden.
Denn seit dem Jahre 2014 wird die gesamte Altstadt an den Wochenenden von 7:00h in der Frühe bis um 23:00h des Nachts für den Verkehr gesperrt.
Dieses bietet eine gute Möglichkeit auf den sonst stark befah­renen Straßen zu flanieren und auch in Ruhe an den Abendstunden zu foto­gra­fieren.

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Piazza della Mercanzia 2011

Wie man sieht, war dieses Fahrverbot im Jahre 2011 noch nicht ausge­spro­chen.

Desweiteren ist Bologna auch berühmt durch seine Portici (Laubengänge), die des Nachts etwas menschen­leer, wie in Gold zu glänzen scheinen.

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Portici in Gold

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Abschließend sei zu sagen, dass es natür­lich in Bologna immer besser ist, ein Hotel zu suchen, was nahe am Piazza Maggiore liegt.
Da hier alles von der welt­be­rühmten Universität getragen wird, sind die Hotels im ganzen Bereich vom Preis her gleich und im Vergleich mit anderen Städten in Oberitalien relativ günstig.

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Quartier für ‘nen Fünfziger

Mein Quartier im Jahre 2011 war genauso teuer, wie ich alt war – also ein Quartier für ‘nen Fünfziger. 

Italienisches kleines Einmaleins :
Einmal Florenz ist gleich dreimal Bologna (1=3).

 

(HerrRothInDerNacht)


Die in diesem Beitrag verwen­deten Fotos wurden nicht am Bildschirm nach­be­ar­beitet.


Wer Gefallen an meinen Fotos hat, kann eine größere Anzahl sehen auf Facebook (herr­ro­thwan­dert­wieder).

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