Das Sein und das Nichts (1980/​2009)

Einst hielt ich Paris für die schönste Stadt,
doch dann sah ich Neapel…”
        (herr­ro­thwan­dert­wieder)                

Als am 15. April 1980 Jean-​Paul Sartre in Paris starb, fuhr ich mit der Bahn nach Gare du Nord, nahm mir mein schon mehr­fach genutztes Quartier direkt unter­halb der Sacre Couer im 18. Arr. , stieg in die nächste Metro und fuhr schnur-​stracks ‘gen Süden zum Cimetiere Montparnasse, um das frische Grab Sartres zu sehen, der 4 Tage vorher beer­digt worden war.

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Igor Mitoraj in Bamberg (Juni 2003)

                  “Die Kunst des Weglassens”

Die Rückfahrt von Bayern Richtung Fulda im Juni 2003 ließ mich im
histo­ri­schen Bamberg einen Stopp machen.
Zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht in Venedig gewesen, doch zeigte sich, warum Bamberg oft das “Klein-​Venedig” genannt wird.

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Grand Hotel des Palmes Palermo (1882/​2008)

Überwindung, Abschied oder Vollendung”

Jetzt kommt mal wieder ein schöner Stabreim, der es in sich hat.
Denn er ist nicht nur ein 4facher Stabreim, sondern ein sauberer 4facher
Stabreim – zudem haben die ersten beiden und die letzten beiden Reime drei (!) erste Anfangsbuchstaben, quasi ein doppelt-​doppelter sauberer Stabreim.
Aber er zeigt noch wesent­lich mehr :

              “Der Meister voll­endet die Partitur des Parsifals
im Hotel des Palmes in Palermo”

Da werden alle vor Staunen stumm.

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Liebethaler Grund Sachsen (1846/​2005)

Wo der Lohengrin entstand…”

Der “Lohengrin” ist das dritte Werk des Kanons der 10 Werke Richard Wagners (ausge­schlossen der drei Frühwerke).

Es ist das erste Werk, was keiner Veränderung mehr unter­zogen wurde. Die Werke davor, begin­nend beim “Rienzi”, “Fliegender Holländer” und vor allem der “Tannhäuser” haben zahl­reiche, oft einschnei­dende Veränderungen über sich ergehen lassen müssen.

Bei der Bedeutungs-​Staffelung für das Gesamtwerk und der konti­nu­ier­li­chen Weiterentwicklung inner­halb des Gesamtwerkes, nimmt der “Lohengrin” den Platz des ersten durch­kom­po­nierten Gesamtkunstwerkes Richard Wagners ein, wodurch der Schöpfer sein Klangideal gefunden hatte.
Die klas­si­sche Ouvertüre wird aufge­geben und bei allen folgenden Werken durch das naht­lose Vorspiel ersetzt, was in die erste Scene (!) des
Actes einführt.

Mit dem “Lohengrin” ist ein weiterer Schritt zur Verwirklichung der drama­ti­schen Idee und der Abkehr von der “Nummern-​Oper” voll­zogen. Liebethaler Grund Sachsen (1846/​​2005) weiter­lesen

Villa Rufolo Ravello (1880/​2012)

         “Klingsors Zaubergarten ist gefunden!”

Richard Wagner hat zu (fast) allen seinen Werken eine soge­nannte “Inspirations-​Legende” erfunden, die in den unzäh­ligen Briefen, Tagebuch-​Einträgen und in seiner diktierten Auto-​Biografie fest­ge­halten worden sind.
Der Haken daran ist der,  dass man, wenn man so eine Legende in die Welt gesetzt hat, auch bei der Variante bleiben muss, weil man sonst als Lügner entlarvt wird, bzw. sich selbst entlarvt.
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Palazzo Giustiniani Venedig (1858/​2013)

            “Hier wird der Tristan voll­endet – 
                                  allem Wüthen der Welt zum Trotz…”
                       
      (Richard Wagner an Mathilde Wesendonk, 3. Sept. 1858)

Nach seiner Flucht aus der Schweiz bezieht Richard Wagner am 30. August 1858 den Palazzo Giustiniani  (Giustinian dalle Zogie) auf der linken Kanalseite (von Osten kommend) im ersten “Knie” des Canale Grande in Venedig.

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Beleuchtung ist alles

                        “Wenn einem ein Licht aufgeht”

Jetzt fragt man sich, wie kommen manche Leute dazu, Straßenlaternen zu foto­gra­fieren ?

Tja, foto­gra­fieren kann man natür­lich alles, aber was macht den Reiz aus, eine Straßenlaterne zu foto­gra­fieren ?
Bei Türen kann man das ja noch verstehen, denn eine Tür ist ja ein Ursymbol des Lebens, Ein- und Ausgänge, drin – draußen, Verbindungen von draußen nach drinnen…
Straßenlaternen dienen ja eher der Beleuchtung, damit man im Dunkeln den Weg findet.
Tja, das ist aber nur die ober­fläch­liche Bedeutung… Beleuchtung ist alles weiter­lesen

Musée Louis Vouland Avignon (Okt. 2014)

                                “Kunst und Garten”

Was ja immer wieder auffällt, ist die Fusion von Garten und Kunst, die einem an vielen Orten großer Schöpfungen begegnet.
Ob dies nun der Garten von Paul Cezanne in Aix-​en-​Provence ist, der Jardin Majorelle in Marrakesch, Monets Garten in Giverny, nörd­lich von Paris oder der Garten von Goethes Wohnhaus “Am Frauenplan” in Weimar, wo unser Goethe seinen bota­ni­schen Studie freien Lauf lassen konnte.
(Das Beitragsbild oben zeigt den Garten Goethes in Weimar)

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Verona bei Nacht (Okt. 2017)

Ja, glühend, wie des Südens Hauch,
brennt mir die Flamme in der Brust,
verzehrt mich auch die wilde Glut,
genieß ich doch die heiße Lust.”
(Richard Wagner, “Das Liebesverbot”, 3. Act)

 

                               “Heiß – Feucht – Hart”

Woran denkt man bei diesen drei Worten ?
Da braucht man nicht viel Fantasie zu haben, klingt schon leicht nach einem Porno – und was hat das mit Verona zu tun ?
Einiges, denn Verona ist ja das Zentrum der Lust, bzw. der Liebe.
Was Lust und Liebe bedeutet, zeigen die erek­tiven Werbeplakate in Parfüm-​Geschäften auf der Prunkmeile Via Mazzini.
Wirkt sehr gut, vor allem in Verona

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Wagner in Verona (1876 /​ 2017)

                  “…plötz­lich steht Wagner vor mir”

Die Prunkmeile Veronas, die Via Mazzini ist immer gut für illustre
Begegnungen.
Sie ist mit weißem und rosa­far­benem Marmor gefliest – ich hatte vorher noch keine Gasse in einer italie­ni­schen Stadt gesehen, die mit Marmor belegt ist.
An diesem Oktobertag strömten wie immer die Menschenmassen über den schon stark belas­teten Marmorboden an den über­la­denen Schaufenstern dahin und ich schaute oft ‘gen Himmel, der leicht bedeckt erschien.
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Giardino Giusti Verona (Okt. 2017)

                           “Goethes Garten”

Auf GoethesItalienische Reise” kann man ja bei einem Italienbesuch  sehr gut zurück­greifen.
Goethe hatte auf dem Hinweg aller­dings nur eins im Kopf, nach Rom, nach Rom, nach Rom
Dadurch sind einige andere bedeu­tende Städte ausge­nommen Venedig (28.09.–14.10.1786), auf der Strecke geblieben, wo es sicher auch in dama­liger Zeit einiges zu sehen gab und wofür ein Tag nicht ausreicht.
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