Foto – Story (Teil 9)

Die Geschichte hinter dem Bild

Essaouira Marokko

Bei meinem Besuch in Marrakesch und Essaouira (Weihnachten 2016) hatte ich den Wunsch einmal einen Blick in eine Werkstadt zu werfen, wo nach der marok­ka­ni­sche Intarsien-Kunst Gegenstände in Handarbeit produ­ziert werden.
Hierbei handelt es sich um eine hölzerne Einlegearbeit, bei der auf einer glatten Holz‐​Oberfläche verschie­dene Hölzer einge­legt werden (intar­siare = einlegen), aber so, dass wieder eine glatte Fläche entsteht.
Hauptsächlich wird hierbei Zedernholz verwendet, für spezi­el­lere Kreationen auch Thujaholz und die Wurzeln des Zitrusbaumes – es werden nach genauen Mustern Kunstwerke geschaffen, die jeden Betrachter zum Nachdenken anregen, wieviel Arbeit in den Tischplatten, Möbeln, Schachbrettern, Buchstützen, Zigarrenkisten, Tischplatten steckt.
Es sind in perfekter Harmonie verzierte Objekt, von normalen Gebrauchsgegenständen bis hin zu luxu­riösen Möbeln.
Die meist dunkel­braunen Produkte werden dann noch mehr­fach poliert.
In der Werkstatt im Kern der alten portu­gie­si­schen Festungsstadt Essaouira herrschte im Gegensatz zu den Gassen eher Ruhe und man konnte sich alles ansehen.
Das Foto zeigt einen Handwerker konzen­triert bei seiner Arbeit.
Als Erinnerung habe ich mir eine Buchstütze mitge­nommen, was bei der großen Anzahl meiner Bücher eigent­lich immer gut ist…


Die Geschichte hinter dem Bild

Sfera Grande di Pomodoro – Pesaro (Adria)

Als ich im Frühjahr 2014 unter­halb von Rimini begin­nend die Adria herunter bin, war Pesaro der erste Stopp, die Heimat des Komponisten Rossini.
Im Kopf hatte ich als ersten Anhaltspunkt einen Brunnen in Küstennähe in diesem oftmals durch bunker­ar­tige Hochhäuser gestörten Adriaort.
Zu Rossinis Zeiten sah es hier sicher anders aus.
Dieser Brunnen zeigt auf den ersten Blick eine kreis­runde Platte, in deren Mitte eine Art Kugel ruht.
Klingt einleuch­tend und einfach, hat man schon oft gesehen…
Doch hatte ich aus Fotos im Vorfeld schon entnommen, dass diese “Kugel” ein ziem­lich “zerris­senes” Ich hat.

Hierzu sei die Literatur zitiert :
Brunnen Pesaro (Arnaldo Pomodoro) – Sfera Grande di Pomodoro
“In Pomodoros Werk spie­gelt sich sowohl seine Arbeit als Goldschmied, als auch sein Interesse am tech­ni­schen Zeitalter wider.
Neben Silber, Eisen, Holz, Beton und Gold arbeitet er vor allem mit Bronze. In den 1960er Jahren entwi­ckelte er seine abstrakte Formensprache, die insbe­son­dere Kugeln, Scheiben, aber auch Säulen, Kegel und Quader umfasst. Die Hülle der geome­tri­schen Körper bricht Pomodoro dabei auf, für den Betrachter wird ein Innenleben sichtbar.“

Als ich nun nach der ersten Etappe an dem Brunnen saß, kam er mir genauso häss­lich vor, wie ich vorher auch den Eindruck hatte, vor allem die aufge­bro­chene “Kugel”.
Es fing schon langsam an zu regnen Anfang Mai in Pesaro auf meinem Weg zu einem strand­nahen Hotel.
Komisch, dachte ich, diesmal hatte ich mich nicht getäuscht, er ist wirk­lich sehr abstoßen, dieser Brunnen, aber das ist eben künst­le­ri­sche Freiheit…

* sh. Foto‐​Story Vorwort

* sh. Fotos Marrakesch
* sh. Fotos Pesaro


(Foto – Story)

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