Foto – Story (Teil 10)

  Die Geschichte hinter dem Bild

Kunst oder Leichen

Das Wort “Reconquista” kommt ja eigent­lich von einzelnen geschicht­li­chen Ereignissen – “Rückeroberung” heißt es wört­lich über­setzt, damit ist in zweiter Linie (nach der lat. Übersetzung) eine Kriegs‐​Strategie gemeint.
In dritter Linie kann man es auch anders deuten, nämlich als einen Prozeß, bei dem die Natur etwas vom Menschen Geschaffenes zurück­er­obert, also wieder in das “Bett” der Natur zurück­bringt.
In vierter Linie kann man es (eher selten) als ein Kunstwerk (eines Schöpfers) betrachten (z.B. eines Bildhauers), was von der Natur zurück­er­obert wird.
Und genau so einem bild­haue­ri­schen Werk, was bereits schon stark “zurück­ge­führt” worden war, begeg­nete ich vor langen Jahren in den Wäldern rund um meine Heimatstadt, Witten a.d. Ruhr, bei klei­neren Wanderungen.
Wenn man das Foto betrachtet, bekommt man schon Angst und denkt an halb­ver­weste und vergra­bene Leichen, wenn man aller­dings sich umsah, waren noch mehr Skulpturenteile zu entde­cken – eine stehende halb­of­fene Hose mit herun­ter­hän­gende Hosenträgern und das Jackett eines Anzuges und alles halb vom Moos über­wu­chert, also zurück­er­obert oder teil­weise zurück­er­obert.
Spätestens, wenn man die anderen Teile entdeckt, weiß man, dass es sich hier nicht um ein Werk der Natur handelt (bzw. nur halb handelt), sondern um das Werk eines Künstlers…
Trotzdem hat die Natur das letzte Wort, weil sie alles Schritt für Schritt wieder für sich einnimmt.
Ich zog dann aller­dings schnell von dannen in den herbst­li­chen Wald, sonst hätte die Natur auch mich hinterher noch zurück­er­obert…


Die Geschichte hinter dem Bild

Neustädter Markthallen Dresden

Mein erster Dresden-Aufenthalt war in eine 12tägige Stations‐​Tour mit meinem moos‐​grünen Omega einge­bettet – diese Tour im September 2005 gilt bis heute als eine der besten, die ich gemacht habe – neben aller Begeisterung hatte ich zu dem Zeitpunkt die Probezeit bei einem meiner besten Jobs über­standen, was dem ganzen noch mehr “Drive” gab.
Ich sehe mir immer wieder gerne Markthallen an (Riga, Budapest, Bologna, Avignon...) – und somit lockten mich auch die Neustädter Markthallen in der äußeren Neustadt von Dresden, wo ich mein Quartier für 5 Tage aufge­schlagen hatte.
Die Strecke ging jeden Tag zu Fuß von der Äußeren Neustadt zum Albertplatz, dann über die Hauptstraße hinunter zum Goldenen Reiter Richtung Elbe.
Somit kam ich eher zufällig in diese Markthallen, die mich sofort begeis­tert haben.
In der unteren Etage spielte an diesem Tag ein Pianist – es ist schon Wahnsinn, aber ich weiß noch den Namen, nämlich Karl‐​Heinz Keller, und das nach 14 Jahren.
Die drei­ge­schos­sigen Markthallen sind licht­durch­flutet, der Klang von Kellers Klavier (im Keller) war in der ganzen Markthalle auf allen Ebenen zu hören.
Da kann ich mich wieder nur selbst zitieren :
“Auch in der DDR hatte manches seinen Flair”


*sh. Foto‐​Story Vorwort

*sh. Fotos Natur
*sh. Fotos Dresden


(Foto – Story)

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